Friederike Lachmann

Veröffentlicht: 29. November 0011 von kenodebelts in Biografien

 

Friederike LACHMANN, geb. Hess
geboren am 12. September 1873 in Papenburg

Straße: Marktplatz 15 (früher: Markt 15)
Todesdatum: 7. Januar 1942
Todesort: Litzmannstadt/Lodz
Friederike Hess wurde am 12. September 1873 in Papenburg geboren. Sie war das 7. Kind von Moses Jacob Hess (aus Nieuschanz) und Bertha Rosenbaum (aus Papenburg).
Am 17. Mai 1900 heiratete sie in Wittmund den Lehrer Moritz Lachmann. In Wittmund brachte sie drei Söhne zur Welt:
Henry, geb. 7. April 1901;
Jacob, geb. 8. Juni 1905 und Siegbert, geb. 29. Dezember 1911.
Als die jüdische Schule wegen fehlender Schülerzahlen 1924 geschlossen werden musste, verließ die Familie Wittmund und zog am 23. Februar 1926 nach Aurich. Sie wohnte in die Kirchstraße 13, im Obergeschoss der jüdischen Schule, und in direkter Nachbarschaft zur Synagoge. In Aurich traf Friederike einen ihrer Brüder wieder: Der Kaufmann Joseph Hess war schon vor Jahren nach Aurich gezogen und wohnte mittlerweile am Markt 15. 1934 kam ein weitere Bruder, der Schlachter David Hess, mit seiner Ehefrau aus Bunde nach Aurich.
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge niedergebrannt. Friederike und Moritz Lachmann verließen die Lehrerwohnung in der Kirchstraße und fanden ab 13. November 1938 Aufnahme bei Joseph Hess am Marktplatz.
Die Söhne hatten Aurich mittlerweile verlassen, sie konnten später rechtzeitig in die USA emigrieren. Auch ihr Bruder Joseph Hess emigrierte am 27. März 1939 mit Ehefrau Rosel, geb. Rothschild und Tochter Else Inge nach Buenos Aires. Moritz und Friederike Lachmann hingegen mussten am 23. März 1939 (notgedrungen) in das jüdische Altersheim in Emden in der Claas-Tholen-Straße ziehen. Am 23. Oktober 1941 wurden sie mit 120 weiteren Juden aus dem Altersheim über Berlin in das Ghetto Litzmannstadt / Lodz deportiert. Friederike überlebte den Winter nicht mehr, sie starb am 7. Januar 1942, ihr Mann überlebte sie nur um wenige Monate.
Recherche: Astrid Parisius (Stand: 8.11.2011)
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur – Eichenbaum, Edzard, Genealogie der jüdischen Familien aus Wittmund, Wittmund 2005.
– Eichenbaum, Edzard, Die jüdische Schule in Wittmund und ihre Lehrer Wittmund (Heimatkundliche Blätter, 2), Wittmund 2005.

– Eichenbaum, Edzard, Genealogie der Familie Moritz Lachmann in Wittmund, Wittmund 2011.
– Gramberg, Kalli, Aurich von C.B. Meyer bis auf unsere Tage. Drittes Buch, Aurich 1996.
– Uphoff. Rolf: Reise ohne Wiederkehr. Wege in das Grauen. Die Deportation der letzten jüdischen Bürger Emdens, Nordens und Aurichs, herausgegeben vom Stadtarchiv Emden in Zusammenarbeit mit der Max-Windmüller-Gesellschaft, Emden 2011.

Patenschaft: Margot Blesene
Verlegetermin: 8. November 2011
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