Esther Wollf, geb. Hiegentlich

Veröffentlicht: 17. April 1012 von kenodebelts in Biografien


Esther WOLFF, geb. HIEGENTLICH
geboren am 17. Januar 1897 in Assen (NL)

Straße: Julianenburger Straße 3
Todesdatum: 19. Dezember 1943
Todesort: Auschwitz
Esther Wolff wurde am 17. Januar 1897 in Assen (NL) geboren. Am 28.05.1929 heiratet sie in Amsterdam den Auricher Viehhändler Leo Wolff (geboren am 17. Juni 1896, ermordet in Auschwitz am 19. November 1943). Das Paar zieht nach Aurich und hat dort vier Kinder: Wolff Leo Wolff (geboren am 11. Juli 1930, ermordet in Auschwitz am 19. November 1943), Aron (geboren am 5. Februar 1933, ermordet in Auschwitz am 19. November 1943) und die Zwillinge Louis und Hanni (geboren am 25. Oktober 1935). Louis verstarb nach 15 Monaten, seine Zwillingsschwester war schließlich die einzige Überlebende der Familie Leo Wolff.Am 31. Juli 1938 flieht Ester Wolff mit ihren drei Kindern vor der wachsenden Diskriminierung und Drangsalierung der jüdischen Bevölkerung von Aurich nach Amsterdam. Dort kommt sie bei der Familie ihrer Eltern, Familie Hiegentlich, in der Spiegelgracht 7 unter. Ihr Mann Leo Wolff kommt erst vier Wochen später, am 3.10.1938, nach Amsterdam.

Die Familie zieht 1939 in die Weteringschanz 231 in Amsterdam. Aus den Unterlagen des Jüdischen Rates (der Niederlande) erfahren wir, dass ihr Mann als Kaufmann (bzw. Metallkaufmann) seinen Lebensunterhalt sucht. Ester Wolff ist unter der Adresse als Zahnarztassistentin gemeldet. Daher wird vermutet, dass sie dort eine Zahnarztpraxis unterhielt.

Von Anfang Mai 1942 an müssen Juden auch in den Niederlanden den gelben Stern mit dem Wort „Jood“ tragen. Im Sommer 1942 schließlich beginnen die Deportationen; bereits 1943 gelten die Niederlande praktisch als „judenrein“. Über das „polizeiliche Durchgangslager“ Westerbork nahe der deutschen Grenze rollen die Züge in die Vernichtungslager.

Am 26. September 1943 wird auch Ester Wolff mit ihrem Mann und den beiden Söhnen zunächst in Westerbork interniert und am 16. Oktober 1943 nach Auschwitz deportiert. Mit ihren beiden Söhnen wird sie kurz nach der Ankunft in Auschwitz am 19. November 1943 ermordet, ihr Mann Leo Wolff einige Zeit später, am 2. Januar 1944.

Die zu diesem Zeitpunkt 8-jährige Tochter Hanni Wolff überlebt den Völkermord. Sie hielt sich in der Kriegszeit bei Familie Durk Wiersma in Brantgum (etwa 5km nördlich von Dokkum) auf. Im Mai 1945 meldet der Dokkumer Schuhverkäufer Wabe van Dijk an die POD (Politieke Opsponseringsdienst), dass Hanni überlebt habe und wieder mit ihrer Familie vereint werden könnte – aber es gab keine Familie mehr (s. Biografie Hanni Wolff).

Recherche und Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer (Stand: 22.03.2012)
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Bernd Clemenz Weber
Verlegetermin: 22. März 2012


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