Hanni Wolff

Veröffentlicht: 17. April 1012 von kenodebelts in Biografien

Hanni WOLFF
geboren am 25. Oktober 1935 in Aurich

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Straße: Julianenburger Straße 3
Todesdatum: Überlebt
Hanni Wolff wurde am 25. Oktober 1935 als viertes von vier Kindern von Ester Wolff, geb. Hiegentlich (geboren 17.01.1897, ermordet in Auschwitz 19.12.1943) und Leo Wolff (geboren 17.06.1896, ermordet in Auschwitz 2.01.1944) in Aurich geboren. Ihr Zwillingsbruder Louis verstarb im Alter von 15 Monaten am 27. März 1937.
Noch vor ihrem 3. Geburtstag muss Hanni Wolff Aurich verlassen und flieht mit ihren Eltern und Geschwistern am 31.Juli 1938 von Aurich nach Amsterdam. Dort kommen die Wolffs bei der Familie Hiegentlich, der Familie ihrer Mutter, Ester Wolff, in der Spiegelgracht 7 unter.
Am 26. September 1943 werden ihre Eltern und ihre Brüder zunächst in Westerbork interniert, am 16. Oktober 1943 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Die zu diesem Zeitpunkt 8-jährige Tochter Hanni Wolff überlebt den Völkermord.
Sie hielt sich in der Kriegszeit bei Familie Durk Wiersma in Brantgum (etwa 5km nördlich von Dokkum) auf. Im Mai 1945 meldet der Dokkumer Schuhverkäufer Wabe van Dijk an die POD (Politieke Opsponseringsdienst), dass Hanni überlebt habe und wieder mit ihrer Familie vereint werden könnte – aber es gab keine Familie mehr.

Nach Kriegsende stellt der Vormund für die Enkeltochter von Rahel Rosa Wolff, Hanni Wolff, der einzigen Überlebenden der Familie, Anträge auf Entschädigung für 3 verschiedene Grundstücke und 2 Häuser, darunter auch für das Grundstück Julianenburger Straße 3, das von Deutschen Reich konfisziert worden war.

Hanni Wolff wandert nach Israel aus, es gelingt ihr aber nicht dort Fuß zu fassen. Sie leidet unter Depressionen und kehrt nach Holland zurück. Die Auseinandersetzungen um die Rückerstattung von Familieneigentum wirken auf sie zermürbend. Hanni Wolff lebte später in Amsterdam und Amersfoort. Wir konnten ihren derzeitigen Wohnort ausfindig machen und hätten sie gern zur Verlegung der Stolpersteine für ihre Familie eingeladen. Leider hat ihr Vormund nicht auf unsere Schreiben reagiert.

Recherche und Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer (22.12.2013)
Opfergruppe: Juden
Quellen:  Auskunft zu 1945 und danach: Reinder H. Postma (Oudwoude, Friesland)
Literatur:
Patenschaft:
Verlegetermin: 22. März 2012
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