Karoline Wallheimer

Veröffentlicht: 17. April 1012 von kenodebelts in Biografien

Karoline WALLHEIMER
geboren am 7. Juni 1890 in Aurich

Straße: Fockenbollwerkstraße 4
Todesdatum: 25. November 1941
Todesort: Kowno (Kauen), Fort IX in Litauen
Karoline Wallheimer…..

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Karoline Wallheimer ist das zweitjüngste Kind von insgesamt sieben der Eltern Abraham Levy und Bertha, geborene Hahn. Die Eltern und die Kinder wachsen im Haus Kirchdorferweg 36 auf. Dort wohnt zusätzlich die Familie Abraham Wolff Wallheimer. Abraham Wolff und Abraham Levy sind Vettern. Karoline bleibt unverheiratet und hat nach offizieller Notierung keinen Beruf. Sie und ihre Schwester Rosa erben von ihrem Vater dieses Haus, die Brüder das Geschäft in der Wallstraße 56. Die Mutter, Witwe Bertha hat Wohnrecht und wohnt dort bis zu ihrem Tod. Karoline und ihre Geschwister wohnen bis auf Levy, der eine eigene Familie hat, in diesem Haus. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 dringen SA-Horden in das Haus, demolieren Inneneinrichtung und Fenster. Die Geschwister beschließen auszuwandern. Karoline und ihre Schwester Rosa müssen verkaufen. Am 12.12.1938 wird an den Nachbarn verkauft. Vom Erlös von 13.800 RM, was unter dem Einheitswert ist, konfisziert das Finanzamt 2.425,25 RM Judenvermögensabgabe und Sühneleistung für den 9. November. Der Rest geht in Raten auf ein Sperrkonto. Die Schwestern erhalten nur 34,57 RM in bar und sechs Zentner Kohlen. Es wird vereinbart, dass die letzte Rate vorfristig zu zahlen ist, wenn die Auswanderungspapiere vorliegen. Diese kommen jedoch nie. Die Geschwister warten in Aurich in einer Zwischenherberge auf die Papiere für die Auswanderung nach Amerika. Aber nur Levy mit Familie gelingt die Ausreise über Antwerpen nach New York. Rosa, ihre Schwester Karoline und Bruder Wilhelm müssen am 29.02.1940 im Zuge der angeordneten Judenräumung des Grenzgebietes Aurich verlassen. Sie kommen an verschiedenen Wohnplätzen in Berlin unter, welche ihnen die jüdische Sozialverwaltung zuweist. Zuletzt in der Hohenstaufenstraße 8 und der Augsburgerstraße 21.Am 17.11.1941, es ist der allererste Transport von Berlin, wird Karoline zusammen mit ihren Geschwistern nach Kowno in Litauen deportiert. Der Transport umfasst 1.006 Personen, von denen fast keiner überlebt. Nach Ankunft werden alle Geschwister am 25.11.1941 an offene Gruben beim Fort IX geführt und dort erschossen.

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Recherche: Jörg Peter (Stand: 22.03.2012)
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
Foto:
Opfergruppe:
Karoline Wallheimer, Kennkarte, Staatsarchiv Aurich
Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich: Rep. 251 Nr. 15, 815 und 1158; 360; 107, 2618
Literatur:
Patenschaft: Bernd-Volker Brahms
Verlegetermin: 22. März 2012
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