Leo Wolff

Veröffentlicht: 17. April 1012 von kenodebelts in Biografien

Leo WOLFF
geboren am 17. Juni 1896 in Aurich

Straße: Julianenburger Straße 3
Todesdatum: 2. Januar 1944
Todesort: Auschwitz
Leo Wolff wurde am 17. Juni 1896 in Aurich geboren. Er war das einzige Kind von Rahel Rosa Wolff, geb. de Loewe (geboren 1.10.1868 in Norden, ermordet 10.03.1944 in Theresienstadt) und Wolff Wolff (geboren am 3.06.1860 in Aurich, verstorben am 3.05.1914).Am 28.05.1929 heiratet Leo Wolff in Amsterdam Esther Hiegentlich (geboren am 15. Januar 1897, ermordet in Auschwitz am 19. November 1943). Das Paar zieht nach Aurich und hat dort vier Kinder: Wolff Leo Wolff (geboren am 11. Juli 1930, ermordet in Auschwitz am 19. November 1943), Aron (geboren am 5. Februar 1933, ermordet in Auschwitz am 19. November 1943) und die Zwillinge Louis und Hanni (geboren am 25. Oktober 1935). Louis verstirbt schon nach 15 Monaten, seine Zwillingsschwester Hanni war schließlich die einzige Überlebende der Familie Leo Wolff.Im Branchen-Verzeichnis der Stadt Aurich von 1926 wird Leo Wolff als Viehhändler geführt. Im Haus in der Julianenburger Straße 3 gibt es ein Telefon.

Am 31. Juli 1938 flieht seine Frau Ester mit den drei Kindern vor der wachsenden Diskriminierung und Drangsalierung der jüdischen Bevölkerung von Aurich nach Amsterdam. Dort kommen die Wolffs bei der Familie Hiegentlich, der Familie von Esthers Eltern, in der Spiegelgracht 7 unter. Leo Wolff kommt erst vier Wochen später, am 3.10.1938, nach Amsterdam, vermutlich, da noch einige Angelegenheiten in Aurich regeln muss. Die Familie zieht 1939 in die Weteringschanz 231 in Amsterdam. Aus den Unterlagen des Jüdischen Rates (der Niederlande) erfahren wir, dass Leo Wolff von Nierensteine geplagt wird und dass er als Kaufmann (bzw. Metallkaufmann) seinen Lebensunterhalt sucht. Seine Frau Ester ist unter der Adresse als Zahnarztassistentin gemeldet.

Von Anfang Mai 1942 an müssen Juden auch in den Niederlanden den gelben Stern mit dem Wort „Jood“ tragen. Im Sommer 1942 schließlich beginnen die Deportationen; bereits 1943 gelten die Niederlande praktisch als „judenrein“. Über das „polizeiliche Durchgangslager“ Westerbork nahe der deutschen Grenze rollen die Züge in die Vernichtungslager. In den Niederlanden selbst sterben vergleichsweise wenig Juden, ihre Ermordung findet in Deutschland und Osteuropa statt.

Am 26. September 1943 wird auch Leo Wolff mit seiner Frau und den beiden Söhnen zunächst in Westerbork interniert und am 16. Oktober 1943 nach Auschwitz deportiert. Frau und Kinder werden kurz nach der Ankunft in Auschwitz am 19. November 1943 ermordet.
Leo Wolff einige Zeit später, am 2. Januar 1944.

Die zu diesem Zeitpunkt 8-jährige Tochter Hanni Wolff überlebt den Völkermord.
Sie hielt sich in der Kriegszeit bei Familie Durk Wiersma in Brantgum (etwa 5km nördlich von Dokkum) auf. Im Mai 1945 meldet der Dokkumer Schuhverkäufer Wabe van Dijk an die POD (Politieke Opsponseringsdienst), dass Hanni überlebt habe und wieder mit ihrer Familie vereint werden könnte – aber es gab keine Familie mehr (s. Biografie Hanni Wolff).

Recherche und Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer (Stand: 22.03.2012)
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Bernd Clemenz Weber
Verlegetermin: 22. März 2012
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