Hannchen Wolffs, geb. Wallheimer

Veröffentlicht: 26. Juni 1012 von Lennart in Biografien

Hannchen WolffsHannchen WOLLFS, geb. Wallheimer
geboren am 31. März 1883 in Aurich

 

 

 

Straße: Leerer Landstraße 14
Todesdatum: Unbekannt, deportiert nach Auschwitz am 28.10.1944
Todesort: Auschwitz

Am 31. März 1883 wurde Hannchen Wolffs, geb. Wallheimer in Aurich geboren. Ihre Eltern waren Abraham Wallheimer (1849-1909) und Bertha, geb. Hahn (1845-1929). Sie wohnten in der Focklenbollwerkstraße 4. Hannchen war das älteste von acht Kindern. Für vier ihrer Geschwister (Rosa/Röschen, Simon, Wolff/Wilhelm und Karoline) sind Stolpersteine in Aurich verlegt.
Am 20.08.1909 heiratet Hannchen den Viehhändler Benjamin „Bendix“ Wolffs (1871-1944), den Sohn von Wolff Wolffs (1842-1916) und Auguste, geb. van der Wall (1841-1889).
Das Ehepaar Wolffs hat drei Kinder:
Die Älteste, Guste (geboren am 24.08.1910) heiratet Adolf Wolff (geboren am 13.05.1896) und hat mit ihm 3 Kinder. Eltern und Kinder werden in Auschwitz ermordet. Für sie sind Stolpersteine in der Wallstraße 24 verlegt.
Das zweite Kind, Abraham (geboren am 10.03.1917) verstirbt schon nach wenigen Wochen am 24.04.1917.
Das jüngste Kind, Wolff Wolffs (geboren am 17.04.1918) heiratet Lotte Samson (geboren am 16.03.1919). Die beiden fliehen nach Belgien, werden aber 1944 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Für sie sind Stolpersteine in der Leerer Landstraße 14 verlegt. Somit werden Eltern, Kinder und Enkelkinder Opfer des Völkermordes. Hannchen Wolffs betrieb eine Art Pension, für die sie in der Jüdischen Rundschau, einer bis zu ihrem Verbot 1938 in Berlin erscheinenden Wochenzeitung, annoncierte. Einer ihrer Schützlinge war Wolf Rosenblatt, der aus Berlin kommend von 1932-1934 bei ihr wohnte und die Quarta und Untertertia des Ulricianums besuchte. Aus Anlass der Stolpersteinverlegung für Hannchen und Benjamin Bendix Wolffs am 12.06.2012 reiste der mittlerweile 92jährige Wolf Rosenblatt extra aus Amsterdam nach Aurich an.

Am 14.04.1939 zieht Hannchen Wolffs mit ihrem Mann Benjamin „Bendix“ zu einer Verwandten, der Witwe Goldine Hoffmann, geb. Wolffs, in die Fockenbollwerkstraße 7.

Noch im Februar 1940 findet sich Hannchen Wolffs und ihr Mann Benjamin „Bendix“ Wolffs unter den wenigen letzten jüdischen Bürgern, die zu diesem Zeitpunkt noch in Aurich leben. Sie erhalten „aus sicherheitspolizeilichen Gründen die Auflage“ ihren Wohnsitz „aus der Stadt Aurich zu verlegen und sich nach einem Ort außerhalb Aurichs zu begeben.“ Am 29.02.1940 müssen sie Aurich verlassen und ziehen nach Berlin in die Lützowstraße 97 III.

Am 28.10.1942 wird Hannchen Wolffs mit ihrem Mann von Berlin aus in das Ghetto Theresienstadt deportiert (im Jahr 1942 wurden 33.505 Deportierte nach Theresienstadt gezählt). Nach zwei Jahren in dem Ghetto wird sie am 28.10.1944 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet. Ein genaues Todesdatum ist nicht bekannt.

Recherche und Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer (12.06.2012)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Gunther Siebels-Michel
Verlegetermin: 12. Juni 2012
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