Abraham Cohen

Veröffentlicht: 27. November 1012 von westermayer in Biografien

Abraham CohenAbraham COHEN
geboren am 30. 12. 1887 in Aurich

 

 

 

Straße: Breiter Weg 1
Todesdatum: unbekannt
Todesort: unbekannt

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Abraham Cohen ist Kind der Familie Moses Jakob und Minka Levy Cohen geb. Wolff. Abraham hat noch zwei Geschwister: Levy Hermann Moses und Leni verh. Valk. Abraham Cohen ist mit Auguste geb. Wolff verheiratet. Dem Paar werden zwei Kinder geboren, Max (*7.11.1920) und Dodo (*10.11.22). Abraham Cohen ist Viehhändler. Zusammen mit den Familien Wallheimer, das sind die Brüder Levy und Wilhelm, betreibt er das Landwirts, Viehhändler- und Schlachterhandwerk. Hinter dem Wohnhaus befinden sich Stallungen und Räume einer koscheren Fleischfabrikation. Die Waren werden in ganz Deutschland vertrieben. Die neuen antijüdischen Gewerbegesetze ruinieren alsbald die wirtschaftliche Grundlage des Betriebs, so dass die Wallheimers 1935 das Haus verkaufen. Die Familie zieht um nach Kirchdorf Nr. 11, das ist das Haus des Karl Wallheimer an der Kreuzstraße hinter der Volksschule. In der Reichspogromnacht wird Abraham Cohen verhaftet und bis zum 15.12.38 im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Nach dem Verkauf des Karl-Wallheimer-Hauses in Kirchdorf an den Landgebräucher Harm Harms muss die Familie Cohen, Abraham ist nur Pächter des Hofs, Karl Wallheimer hat altersbedingt den Betrieb aufgegeben, erneut am 5.07.39 umziehen in das Haus Am Neuen Hafen 2. Der Sohn Dodo ist zur landwirtschaftlichen Ausbildung nach Groß Breesen bei Breslau gegangen, Max flüchtet per Kindertransport nach England. Mit dem geplanten Überfall Deutschlands auf die Nachbarländer im Westen müssen alle jüdischen Bewohner Aurich räumen. Am 29.02.40 zieht das Ehepaar nach Berlin in die Alte Schönhauser Straße. Abraham Cohen muß wie seine Frau Zwangsarbeit leisten. Sie haben noch brieflichen Kontakt zu ihren Söhnen. Am 29.11.42 müssen Abraham und Auguste Cohen mit 992 weiteren Verhafteten am Gütergleis Grunewald einen Zug nach Auschwitz besteigen. Danach gibt es keine weiteren Lebenszeichen mehr. Abraham gilt als streng und geradlinig, so die wiedergegebenen Worten seines Sohnes Max. In einem Brief von Abraham aus Berlin an ihn klingt die deutliche Sorge durch, dass sie sich nicht mehr wiedersehen … Hoffentlich gibt uns der Allmächtige… Dein sorgenreicher Papa. Untenstehendes Foto zeigt ihn Januar 1939. Der kurzgeschorene Kopf ist eine Folge zuvor erlittener KZ-Haft, Abraham hat sonst volles helles Haar.
Recherche: Jörg Peter (Stand: 2.08.2012)
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
Foto: Foto der Kennkarte (1939),
Familie Cohen im Garten in Lirchdorf Nr. 11 (1938)
Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich: Rep. 251 Nr. 15, 815 und 1158; Meldeblätter; Kennkarten; Korrespondenz mit Nachkommen
Literatur:
Patenschaft: Dale Cohen
Verlegetermin: 12. Juni 2012

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