Wilhelm Wallheimer

Veröffentlicht: 4. Dezember 1012 von westermayer in Biografien

Wilhelm WallheimerWilhelm WALLHEIMER
geboren am 20. März 1897 in Aurich

 

 

 

Straße: Breiter Weg 1
Todesdatum: Unbekannt (Deportation nach Auschwitz am 12. Januar 1943)
Todesort: Auschwitz
Wilhelm Wallheimer geb 13_2_89.....

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Wilhelm Wallheimer wurde am 20. 3. 1897 als jüngstes Kind der Eltern Benjamin Baruch Wallheimer und Eva geborene Herzberg. Neben Wilhelm gibt es 10 weitere Geschwister dieser Eltern, welche das Erwachsenenalter erreichen. Er heiratet Rosa Fröhlich. Wilhelm betreibt mit seinem Bruder Levy und Abraham Cohen das Viehhändlergeschäft und Schlachterhandwerk. Hinter dem Haus befinden sich Stallungen und Räume einer koscheren Fleischfabrikation. Die Waren werden in ganz Deutschland vertrieben. Das Paar bekommt drei Kinder: Berni, Horst und Vera. Die neuen antijüdischen Gewerbegesetze ruinieren alsbald die wirtschaftliche Grundlage des Betriebs, so dass 1935 das Haus verkauft werden muss; 1936 wird es abgerissen. Wallheimers ziehen in ein kleines Haus in der Lilienstraße 9. Dort müssen in der letzten Verfolgungszeit viele andere jüdische Bürger unterkommen, welche unter Zwang um ihre angestammte Bleibe gebracht wurden. Wallheimers wollen auswandern. Sie bekommen Zertifikate für Argentinien. Aus heute unbekannten Gründen nehmen sie diese Möglichkeit nicht wahr. Stattdessen verlässt Wilhelms Bruder Levy (Witwer) mit diesen Papieren und seinen Söhnen 1937 Aurich mit Ziel Buenos Aires. In der Reichskristallnacht ‚vergisst’ der SA-Mob Wilhelm, so dass ihm das KZ erspart bleibt; wozu ein Nachbar, Gemüsehändler in der Lilienstraße, bemerkt: Dich Judensau haben sie wohl vergessen abzuholen.

Der ältere Sohn, Berni verlässt Aurich um in Groß Breesen, das war ein nichtzionistisches landwirtschaftliches Lehrgut, eine Berufsausbildung anzufangen, welche ihm die Emigration ermöglichen soll.

Wilhelm will ebenfalls mit Familie nach Kanada auszuwandern, um dort eine Farm zu übernehmen. Sie warten auf Visa. Durch den Kriegsausbruch zerschlägt sich diese Hoffnung.

Vor Kriegsbeginn gegen die Niederlande im Frühjahr 1940 müssen alle Juden Aurich verlassen. Die noch kleinen Geschwister Horst und Vera werden in ein israelitisches Kinderheim nach Köln gebracht. Der Sohn des letzten Gemeindevorstehers, Wolff Wolffs berichtet später davon. Rosa und ihr Mann Wilhelm müssen am 9. März 1940 Aurich ohne ihre Kinder verlassen und werden in Berlin durch die jüdische Sozialverwaltung untergebracht. Sie müssen in Berlin Zwangsarbeit in der Kriegsindustrie leisten.

1941 wird das Kinderheim in Köln aufgelöst. Horst und Vera kommen zu ihren Eltern nach Berlin.

Am 12.01.1943 werden die ganze Familie und weitere 1.192 Unglückliche in Berlin in einen Güterzug gepresst und nach Auschwitz transportiert. Der Sohn Berni, ein Vierteljahr später selbst in Auschwitz Insasse, bekommt dann heraus, dass der ganze Transport gleich bei Ankunft ermordet wurde. Es war der 13. Januar 1943.

 

Recherche: Jörg Peter (Stand: 29.11.2012)Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
Foto: Wilhelm Wallheimer
Zeichnung des Hauses Breiter Weg 1
Grabstein der Eltern von Wilhelm Wallheimer
Wilheim und Reisi Wallheimer
Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich: Rep. 251 Nr. 15, 815 und 1158; 360; 107, 2618
Literatur:
Patenschaft: Wolfgang Freitag
Verlegetermin: 12. Juni 2012

Zeichnung Haus Wallheimer1855

 

 

 

 

 

 

 

P1010189

 

 

 

 

 

 

 

 

Wilhelm und Reisi Wallheimer

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