Horst Wallheimer

Veröffentlicht: 11. Dezember 1012 von Lennart in Biografien

Horst WallheimerHorst WALLHEIMER
geboren am 3. Mai 1928 in Aurich

 

 

 

Straße: Breiter Weg 1
Todesdatum: Unbekannt (Deportation nach Auschwitz am 12. Januar 1943)
Todesort: Auschwitz
 Horst Wallheimer....

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Horst Wallheimer wurde am 3.05.1928 in Aurich geboren. Er ist das zweite Kind der Eltern Wilhelm und Reisi. Er hat einen älteren Bruder, Berni, und eine jüngere Schwester, Vera.Horsts Vater betreibt mit seinem Onkel Levy und mit Abraham Cohen das Viehhändlergeschäft und Schlachterhandwerk. Hinter dem Haus befinden sich Stallungen und Räume einer koscheren Fleischfabrikation. Die Waren werden in ganz Deutschland vertrieben.Das Haus der Eltern muss 1935 aufgrund der immer schärferen Gesetze gegen jüdische Gewerbetreibende verkauft werden.Die Familie muss in ein kleines Haus in der Lilienstraße 9 umziehen. Dort müssen in der Verfolgungszeit noch viele andere jüdische Bürger unterkommen, welche unter Zwang um ihre angestammte Bleibe gebracht wurden.Die Familie will auswandern. Sie bekommen Zertifikate um nach Argentinien auszuwandern. Aus heute unbekannten Gründen nehmen sie diese Möglichkeit nicht wahr. Wilhelms Bruder Levy reist stattdessen 1937 mit seinen Söhnen mit diesen Papieren nach Argentinien.

Die Familie wartet auf die Visa zur Auswanderung nach Kanada. Dort wollen Wallheimers eine Farm übernehmen.

Im November 1938, nach der Reichspogromnacht, verschlechtern sich die Aussichten immer mehr. Sein Bruder Berni geht auf ein landwirtschaftliches nichtzionistisches Lehrgut nach Groß Breesen bei Breslau, welches junge Menschen beruflich auf die Emigration vorbereitet.

Vor Kriegsbeginn gegen die Niederlande im Frühjahr 1940 müssen alle Juden Aurich verlassen. Der noch junge Horst und seine noch kleinere Schwester Vera werden in ein Kinderheim nach Köln gebracht. Der Sohn des letzten Gemeindevorstehers, Wolff Wolffs berichtet später davon.

Die Eltern müssen am 9. März 1940 Aurich ohne ihre Kinder  verlassen und werden in Berlin durch die jüdische Sozialverwaltung untergebracht. Sie müssen in Berlin Zwangsarbeit in der Kriegsindustrie leisten.

1941 wird das Kinderheim in Köln aufgelöst. Horst kommt mit seiner Schwester zurück zu seinen Eltern nach Berlin.

Am 12.01.1943 werden die ganze Familie und weitere 1.192 Unglückliche in Berlin in einen Güterzug gepresst und nach Auschwitz transportiert. Der Sohn Berni, ein Vierteljahr später selbst in Auschwitz Insasse, bekommt dann heraus, dass der ganze Transport gleich bei Ankunft ermordet wurde. Es war der 13. Januar 1943.

Recherche: Jörg Peter (Stand: 29.11.2012)
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
Foto: Horst Wallheimer, Kennkarte Januar 1939
Das israelitische Kinderheim in Köln, Lützowstraße 35-37
Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich: Rep. 251 Nr. 15, 815 und 1158; 360; 107, 2618
Literatur:
Patenschaft: Ulrike und Karl-Heinz Puls-Janssen
Verlegetermin: 12. Juni 2012

 Das Israelitische Kinderheim in der Lützowstraße 35-37 in Köln, um 1930

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