Wilhelm Wolff

Veröffentlicht: 11. Dezember 1012 von Leon in Biografien

Wilhelm WOLFF
geboren am 19. Februar 1896 in Aurich

Straße: Krähennestergang 1
Todesdatum: Unbekannt (Deportation nach Tallin am 26.09.1942)
Todesort: Tallin
  Wilhelm Wolff wurde am 19. Februar 1896 in Aurich/Ostfriesland geboren.

Seine Mutter, Amalie Wolff geborene Fromm, war die Besitzerin des Hauses im Krähennestergang1.Amalie Wolff war eine geborene Fromm und hatte Rahel Bamberger und Seligmann Fromm als Eltern. Seligman Fromm, der Großvater von Wilhelm Wolff, war somit höchstwahrscheinlich der Cousin des berühmten Psychoanalytikers Erich Fromm (1900-1980).

Seine Geschwister waren Abraham Wolff, der 1919 im 1. Weltkrieg fiel, und Recha, geboren 1.10.1900, für die ebenfalls am Krähennestergang 1 ein Stolperstein verlegt wird.

Wilhelms Vater hieß Benjamin Wolff und ist am 5. Februar 1854 geboren und. Er war lange Lehrer an der jüdischen Volksschule Aurich und anschließend „Ruhelehrer“. Einer Anzeige kann man entnehmen, dass er am 28. August 1934 „plötzlich und unerwartet, aber sanft“ gestorben ist.

Wilhelm Wolff hat mit der Familie van der Wall zusammen im Krähennestergang1 gewohnt. Er war Kultusbeamter und blieb ledig. Zwischen dem 14.01.1927 und dem 1.04. 1929 war er in Leer am Standort der Synagoge gemeldet. Vom 1.01.1932 bis 1.10.1933 wohnte Wilhelm in Mayen in der Eifel.

Am 23.12.1938 wurde er in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Das war eine häufige Strafaktion nach der Pogromnacht. Von dort kehrte er aber noch einmal nach Aurich zurück.
Zum 1.04.1940 sollte Aurich „judenfrei“ sein. Deswegen verließ Wilhelm mit Recha Aurich mit Ziel Berlin. Am 26.09.1942 wurden beide, ausgehend von dem in einer ehemaligen Synagoge eingerichteten Sammellager vom Güterbahnhof Putlitzstraße nach Raasiku, nahe dem heutigen Tallin deportiert. Dieses Lager war als Tötungsstätte eingerichtet.

Vermutlich wurden Wilhelm und Recha Wolff bald nach der Ankunft getötet. Von 1.049 Deportierten dieses Zuges haben nur 26 überlebt. 

  Recherche: IGS (Stand: 12.06.2012)
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
Foto:  
Opfergruppe: Juden
Quellen:  
Literatur:  
Patenschaft: Rainer Kittelberger
Verlegetermin: 12. Juni 2012

 

 

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