Jakob Wolff

Veröffentlicht: 30. Juni 1913 von westermayer in Biografien

Jakob WOLFF
geboren am 18. Mai 1910 in Aurich

Straße: Lilienstraße 9
Todesdatum: Unbekannt,  Deportation nach Belzyce am 10.05.1942
Todesort: Majdanek
   

In der Lilienstraße 9 wohnte in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die Familie von Henriette und Selke Levy gen. „Selly“  Wolff.  Das Haus gehörte Selly Wolff seit er es 1895 von Wolf Samson erwarb. Henriette und Selly Wolff  hatten zusammen 12 Kinder. Nur 3 ihrer Kinder überleben den Völkermord an den Juden.

Henriette von der Walde (Lt. Geburtenregister 1844-1931: „van der Walde“) wurde am 24. Juli 1875 als einziges Kind von Magnus Abraham von der Walde (1848 – 1932) und Karoline Gütel Levy,  geb. Wolf (1853 – 1917) in Aurich geboren.

Henriette heiratete am 4.12.1894 im Alter von 19 Jahren den Schlachter und Viehhändler  „Selly“  Wolff (1863 -1930).

Selly Wolff war das jüngste von sieben Kindern von Levy (1818-1869) und Eva Wolff (1825-1901). Sein älterer Bruder Abraham wohnte mit seiner Familie gegenüber in der Lilienstraße 12.

Jakob Wolff, geboren am 18.05.1910, ist das 10. Kind von Henriette und Selly Wolff. Jakob arbeitet wie seine Brüder zunächst mit seinem Vater zusammen als Schlachter und Viehhändler und führt nach dem Tod des Vaters im Jahr 1930 den Betrieb weiter. Sein Beruf wird auf der Kennkarte mit „Schlachtergeselle“ angegeben.

Sein Vater, Selly Wolff, war ein nicht nur in der Stadt Aurich, sondern auch über die Stadtgrenzen hinaus  bekannter Viehhändler und Schlachter, der regelmäßig in den „Ostfriesischen Nachrichten“ sein „Ausstellungs- Fleisch, Das Beste vom Besten“ annoncierte.  Seine Enkeltochter, Hannelore Wolff, die heute in den USA lebende Laura Hillman, die den Völkermord überlebte, weil ihr Name auf Schindlers Liste gesetzt wurde, erzählt in ihrem Buch „I will plant you a lilac  tree“ /Ich werde Dir einen Fliederbaum pflanzen“, dass sie im KZ Brünnlitz  auf einen SS-Wachmann aus Moordorf traf, der sie zunächst schikanierte, dann aber, als ihr ein Plattdeutsches Wort herausrutschte,  freundlicher wurde und erzählte, dass er in Ostfriesland einen Viehhändler namens Selly Wolff gekannt habe.  Hannelore wagt es damals nicht, sich als dessen Enkeltochter erkennen zu geben.
Jakob bleibt ledig. Er wohnt bei seiner Mutter Henriette in der Lilienstraße 9  bis er wie alle noch in Aurich lebenden Juden im Januar 1940 die Aufforderung erhält, die Stadt zu verlassen. Er zieht am 27.02.1940 nach Weimar – so wie auch seine Mutter Henriette und seine Schwester Karoline mit ihrer Familie.

Am 10. Mai 1942 wird er ebenso wie seine Schwester Karoline mit den Kindern Hannelore, Wolfgang und Sally und wie seine jüngste Schwester Ilse und deren Mann Fritz Gutmann nach Belzyce deportiert. Als das Ghetto Belzyce Anfang 1943 aufgelöst wird, wird Jakob in das KZ Majdanek in der Nähe von Lublin deportiert und dort ermordet. Das Todesdatum ist unbekannt.

   

Recherche und Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand: 9.11.2012)

Foto: Jakob Wolff (Kennkarte v.
Opfergruppe: Juden
Quellen:  
Literatur: Helge Hohmeier
Patenschaft: Insa-M. Sibelis
Verlegetermin: 9. November 2012

 

 

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