Ewald WOLFF

Veröffentlicht: 27. Januar 1914 von westermayer in Verlegung

Ewald WOLFF,
geboren am 6. Oktober 1931 in Aurich

Straße: Langer Kamp 15
Todesdatum: 6. Oktober 1944
Todesort: Auschwitz
Ewald Wolff war der jüngste von fünf Söhnen des Vaters Hermann (geb. 1893) und der Mutter Jeanette Wolff (geb 1899). Ewalds Brüder waren Adolf (geb. 1920), Siegbert (*1922), Werner (*1924) und Louis (*1929). Die Familie wohnte zunächst in der Kirchstraße 18 (bis 1926) und in der Lilienstraße 12, bevor sie 1928 in den Langen Kamp 15 umzog.

Vater Hermann Wolff bereitete im April und Mai 1933 die Übersiedlung seiner Familie in die Niederlande vor. Am 28. Juni 1933 wurde der Wegzug der Familie nach Groningen in den Unterlagen des Einwohnermeldeamtes Aurich offiziell vermerkt. Die Familie siedelte zu Bekannten nach Haren bei Groningen über und wohnte dort zunächst  im Meerweg als Gast von Martha Lacoste. Vater Hermann Wolff übte in Haren seinen Beruf weiter aus. Louis und Ewald gingen in Haren zur Tuindorpschool, bis sie als Juden dort nicht mehr zur Schule gehen durften.

Die Emigration in die Niederlande ersparte der Familie zwar viele Demütigungen und Schikanen, denen die übrigen Auricher Juden seit 1933 zunehmend ausgesetzt  waren. Aber nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen wurde auch die Familie Wolff von den Verfolgungen eingeholt. Die gesamte Familie wurde verhaftet und 1942 in das Lager Westerbork eingewiesen.

Die Familie kam getrennt nach Westerbork: Vater Hermann sowie die Söhne Siegbert und Werner am 10.07.1942, Mutter Jeanette und die übrigen Kinder am 28.11.1942. Von dort wurde die Familie 1944 nach Theresienstadt deportiert: Die Eltern und drei Kinder mit einem Transport am 18.01.1944, Siegbert und Werner blieben zunächst zurück. Die beiden wurden am 4.09.1944 deportiert.

Das war jedoch nur eine Zwischenstation auf dem Weg in den Tod.

Zusammen mit seiner Mutter und seinem Bruder Louis wurde Ewald am 4.10.1944 von Theresienstadt nach Auschwitz weiterdeportiert. Der anderen Mitglieder seiner Familie hatten bereits mit einem Transport einen Monat vorher Theresienstadt verlassen. Unmittelbar nach seiner Ankunft in Auschwitz wurde Ewald ermordet.

Recherche: Gerald Fiene
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand 21.03.2013)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich: Dep 34; Rep. 85 V, Nr. 1, Bd. I; Rep. 252, 2303; Rep 248, Nr. 943; Rep. Nr. 248 b), Nr. 490; Rep 249 b), Nr. 203

Bundesarchiv: Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945  (www.bundesarchiv.de/gedenkbuch)

Informationszentrum Westerbork: Schriftliche Mitteilungen von Jose Martin

Literatur: Johannes Diekhoff: Die Auricher Judengemeinde von 1930 bis 1940; in: Aurich im Nationalsozialismus, hrsg. v. Herbert Reyer, Aurich 1993, S. 247-299
Patenschaft: Helene Kötting
Verlegetermin: 21. Februar 2013
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