Hermann WOLFF

Veröffentlicht: 27. Januar 1914 von westermayer in Verlegung

Hermann Wolff - SteinHerrmann WOLFF
geboren am 29. Oktober 1893 in Aurich

 

 

 

Straße: Langer Kamp 15
Todesdatum: 27. Januar 1945
Todesort: Buchenwald (nicht gesichert)
Hermann Wolff, am 29.10.1893 in Aurich geboren, in den Akten auch mit den Vornamen Georg Samuel und Herz Samuel geführt, arbeitete als Viehhändler und Schlachter.

Seine Frau Jeanette, geboren als Jeanette Wolff, stammte aus Mittegroßefehn. Die beiden heirateten in Aurich am 1.03.1920. Hermann und Jeanette Wolff bekamen fünf Söhne: Adolf (geb. 1920), Siegbert (*1922), Werner (*1924), Louis (*1929) und Ewald (*1931). Die Familie wohnte zunächst in der Kirchstraße 18 (bis 1926) und in der Lilienstraße 12, bevor sie 1928 in den Langen Kamp 15 umzog.

Hermann Wolff bereitete im April und Mai 1933 die Übersiedlung seiner Familie in die Niederlande vor. Er wurde dort bereits seit dem 21. April 1933 in den Unterlagen der Stadt Haren bei Groningen als Einwohner geführt. Am 28.Juni 1933 wurde der Wegzug seiner restlichen Familie nach Groningen in den Unterlagen des Einwohnermeldeamtes Aurich offiziell vermerkt. Die Familie siedelte zu Bekannten nach Haren über und wohnte dort zunächst  im Meerweg als Gast von Martha Lacoste. Hermann Wolff übte in Haren seinen Beruf weiter aus.

Die Emigration in die Niederlande ersparte der Familie zwar viele Demütigungen und Schikanen, denen die übrigen Auricher Juden seit 1933 zunehmend ausgesetzt  waren. Aber nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen wurde auch die Familie Wolff von den Verfolgungen eingeholt. Die gesamte Familie wurde verhaftet und 1942 in das Lager Westerbork eingewiesen. Die Familie kam getrennt nach Westerbork: Vater Hermann sowie die Söhne Siegbert und Werner am 10.7.1942, Mutter Jeanette und die übrigen Kinder am 28.11.1942. Von dort wurde die Familie 1944 nach Theresienstadt deportiert: Die Eltern und drei Kinder mit einem Transport am 18.01.1944, Siegbert und Werner blieben zunächst zurück. Die beiden wurden am 4.09.1944 deportiert. Das war jedoch nur eine Zwischenstation auf dem Weg in den Tod. Die Quellen sind hinsichtlich des Todesortes bei Hermann und seinem Sohn Werner nicht eindeutig. Es überwiegen jedoch die Hinweise, dass der Vater sowie sein Sohn Werner in Buchenwald ermordet wurden, die übrigen Familienmitglieder in Auschwitz. Als Todesdatum wird in den Quellen für Hermann Wolff der 27.01.1945 angegeben.

Recherche: Gerald Fiene
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand 21.03.2013)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich: Dep 34; Rep. 85 V, Nr. 1, Bd. I; Rep. 252, 2303; Rep 248, Nr. 943; Rep. Nr. 248 b), Nr. 490; Rep 249 b), Nr. 203

Bundesarchiv: Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945 (www.bundesarchiv.de/gedenkbuch)

Informationszentrum Westerbork: Schriftliche Mitteilungen von Jose Martin

Literatur: Johannes Diekhoff: Die Auricher Judengemeinde von 1930 bis 1940; in: Aurich im Nationalsozialismus, hrsg. v. Herbert Reyer, Aurich 1993, S. 247-299
Patenschaft: Ulrike und Gerald Fiene
Verlegetermin: 21. Februar 2013
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