Jeanette WOLFF

Veröffentlicht: 27. Januar 1914 von westermayer in Verlegung

Janette Wolff - SteinJeanette WOLFF, geb. Wolff
geboren am 18. Juli 1899 in Mittegroßefehn

 

 

 

Straße: Leerer Landstraße 18
Todesdatum: 1944 (verschollen)
Todesort: Auschwitz
Jeanette Wolff, geboren am 18.07.1899 als Tochter von David und Martha Wolff in Mittegroßefehn, heiratete in Aurich am 1.03.1920 den Schlachter und Viehzüchter Hermann Wolff.

Hermann und Jeanette Wolff bekamen fünf Söhne: Adolf (geb. 1920), Siegbert (*1922), Werner (*1924), Louis (*1929) und Ewald (*1931). Die Familie wohnte zunächst in der Kirchstraße 18 (bis 1926) und in der Lilienstraße 12, bevor sie 1928 in den Langen Kamp 15 umzog.

Hermann Wolff bereitete im April und Mai 1933 die Übersiedlung seiner Familie in die Niederlande vor. Am 28.Juni 1933 wurde der Wegzug der Familie nach Groningen in den Unterlagen des Einwohnermeldeamtes Aurich offiziell vermerkt. Die Familie siedelte zu Bekannten nach Haren bei Groningen über und wohnte dort zunächst  im Meerweg als Gast von Martha Lacoste. Vater Hermann Wolff übte in Haren seinen Beruf weiter aus.

Die Emigration in die Niederlande ersparte der Familie zwar viele Demütigungen und Schikanen, denen die übrigen Auricher Juden seit 1933 zunehmend ausgesetzt  waren. Aber nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen wurde auch die Familie Wolff von den Verfolgungen eingeholt. Die gesamte Familie wurde verhaftet und 1942 in das Lager Westerbork eingewiesen. Die Familie kam getrennt nach Westerbork: Vater Hermann sowie die Söhne Siegbert und Werner am 10.07.1942, Mutter Jeanette und die übrigen Kinder am 28.11.1942. Von dort wurde die Familie 1944 nach Theresienstadt deportiert: Die Eltern und drei Kinder mit einem Transport am 18.01.1944, Siegbert und Werner blieben zunächst zurück. Die beiden wurden am 4.09.1944 deportiert. Das war jedoch nur eine Zwischenstation auf dem Weg in den Tod.

Die Quellen sind hinsichtlich des Todesortes bei Hermann und seinem Sohn Werner nicht eindeutig. Es überwiegen jedoch die Hinweise, dass  der Vater sowie sein Sohn Werner in Buchenwald ermordet wurden, Mutter Jeanette und die übrigen Kinder in Auschwitz. Das Todesdatum für Jeanette kann in den Quellen nicht genau ermittelt werden. Gesichert ist, dass sie am 4.10.1944 von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert wurde, dort verliert sich ihre Spur 1944.

Recherche: Gerald Fiene
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand 21.03.2013)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich:
Dep 34; Rep. 85 V, Nr. 1, Bd. I; Rep. 252, 2303; Rep 248, Nr. 943; Rep. Nr. 248 b), Nr. 490; Rep 249 b), Nr. 203Bundesarchiv:
Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945(www.bundesarchiv.de/gedenkbuch)Informationszentrum Westerbork:
Schriftliche Mitteilungen von Jose Martin
Literatur: Johannes Diekhoff: Die Auricher Judengemeinde von 1930 bis 1940; in: Aurich im Nationalsozialismus, hrsg. v. Herbert Reyer, Aurich 1993, S. 247-299
Patenschaft: Familie Polenz-Schohaus
Verlegetermin: 21. Februar 2013
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