Jonas „Jonni“ Wolff

Veröffentlicht: 23. Dezember 1914 von westermayer in Verlegung

Jonas 'Jonni' WolffJonas „Jonni“ WOLFF,
geboren am 3. Oktober 1905 in Aurich

 

 

 

Straße: Langer Kamp 15
Todesdatum: 1944 (nicht gesichert)
Todesort: Auschwitz
Jonas „Jonni“ Wolff wird am 3. 10. 1905 in Aurich geboren. Seine Eltern sind Wolf Jonas Wolff und Jeanette. Er hat noch einen jüngeren Bruder Josef und eine jüngere Schwester Henni.Die Familie wohnt im Haus Marktstraße 15. Sein Vater ist Schlachter. Nach den Umständen zu urteilen ist die Familie arm. Alle Geschwister verlassen in jungen Jahren das Elternhaus um Arbeit an vielen Stellen in Deutschland, wie es in dieser Zeit aus Zwang und Not üblich ist, zu finden.

Am 15.11.1937 zieht Jonas zu Verwandten nach Werlte. Die später ausgestellte Kennkarte vermerkt als Beruf „landwirtschaftlicher Gehilfe“. Am 1.06.1938 wohnt er wieder in Aurich, Markstraße 15.

Nach der Reichsprogromnacht war er im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Als sein Vater das Haus als Folge der allgemeinen Deprivation gegen Juden verkaufen muss, zieht er ab Frühjahr 1939 innerhalb Aurichs um nach „Am Neuen Hafen 2“. Dieses Haus wird zum Judenhaus zur Aufnahme vieler Wohnsitzloser und Enteigneter. Es bleibt Besitz von Hilde Hoffmann aus Dillingen. Sie ist ihrerseits nach Luxemburg geflohen.
Als Deutschland zum Überfall auf die Niederlande mobilmacht, müssen alle Juden aus grenznahen Orten in große Städte umziehen. Jonas Wolff zieht am 7.02.1940 nach Berlin. Er heiratet am 4.09.1942 Martha Löwenstein. Martha wird am 6.08. 1908 in Weener an der Ems geboren und ist von Beruf Damenschneiderin. Ihr Vater betreibt dort eine Schlachterei in der Süderstraße. Ihre Familie muss ebenfalls im Februar 1940 nach Berlin umziehen.

Am 29.01.1943 werden Jonas und Martha Wolff mit weiteren 1.002 Opfern von Berlin nach Auschwitz deportiert. Martha wird bei Ankunft am 30.01.1943 ermordet. Jonas wird noch als Arbeitshäftling registriert, aber er stirbt bald darauf am 16.02.1943.

Von dieser Familie Wolff überlebt keiner, alle werden Opfer der Shoah. Zwei Cousins gelingt es nach dem Krieg, Rückübertragungsansprüche aus dem Zwangsverkauf des Hauses Markstraße 15 geltend zu machen.

Recherche.: Jörg Peter
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand 14.12.2013)
Foto: Kennkarte
Opfergruppe: Juden
Quellen: Ehem. Melderegister, Geburtenbücher der Jüdischen Gemeinde beim Staatsarchiv Aurich, St.Amt Berlin-Mitte Nr. 2051/1042
Literatur:
Patenschaft: Christof Klotz
Verlegetermin: 14. Dezember 2013

 

 

 

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