Benjamin „Benno“ Wolff

Veröffentlicht: 26. Dezember 1914 von westermayer in Verlegung

Benjamin 'Benno' WolffBenjamin ‚Benno‘ WOLFF,
geboren am 5. Februar 1883 in Aurich

 

 

 

Straße: Marktstraße 2
Todesdatum: unbekannt
Todesort: Minsk
 

Benjamin Wolff wurde am 5. Februar 1883 in Aurich geboren. Er war das zweite von neun Kindern des Schlachters Samuel Wolff aus   Aurich und seiner Ehefrau Caroline Wolff geb. Löwenthal.

Benjamin hatte zwei Schwestern und sechs Brüder. Die Familie wohnte in der Marktstraße 2. Wie sein Vater wurde auch Benjamin Wolff, genannt Benno, Schlachter.
Am 19. August 1919 heiratete er die Haustochter Regine Wolff, geboren am 14.04.1890 in Aurich. Ihr Vater war ebenfalls Schlachter und war mit 62 Jahren einer der beiden Trauzeugen, der andere Trauzeuge war der 35-jährige Schlachter Gerson Stoppelmann aus Aurich, also ein Kollege, vielleicht auch Freund von Benjamin Wolff.

Benjamin und Regina Wolff bekamen drei Töchter. Karoline wurde 07.08.1920 geboren, Fanni am 24.09.1921 und Selma am 15.06.1923. Ihr Name ist im Geburtsregister mit Sara Benjamin angegeben. Die Familie muss in dem Haus Marktstr. 2 zwischen 1926 und 1933 verschiedene Hausmädchen gehabt haben. Es galt als völlig normal, dass christliche Mädchen und Frauen besonders aus den umliegenden Dörfern in Geschäften und Haushaltungen von Auricher Juden angestellt waren. Das wurde mit dem „Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“ vom 15. September 1935 anders. Bis Ende September 1935 wohnte auch ein Angestellter mit in dem Haus.
Ebenfalls in der Marktstraße 2 lebte Benjamins Vater, bis er im November 1929 mit 83 Jahren an Altersschwäche starb. Seine Frau war schon am 3. Mai 1916 im Alter von 56 Jahren an einem Gehirnschlag gestorben. Das Haus gehörte seit 1909 dem Vater, Samuel Wolff. Noch zu seinen Lebzeiten, muss er es seinem Sohn Benno überschrieben haben, der scheinbar bis 1942 der Hausbesitzer war. Er, der 1932 neben vielen christlichen Schlachtern noch Mitglied der Fleischer-Zwangsinnung war und zu dem Zeitpunkt einen Lehrling ausbildete, wird die stetige Einengung der wirtschaftlichen Existenz gespürt haben.

Seine Töchter haben bereits seit 1936 Aurich verlassen. Die älteste, Karoline, zog im April 1936 nach Wuppertal-Elberfeld, die zweite, Fanni, ging im Juni 1936 auf das Gut Spreenhagen in der Mark, im Juni 1937 nach Mannheim und kam im Februar 1939 nach Aurich zurück. Die jüngste Tochter Selma zog am 1. Mai 1938 nach Mannheim.

Ihr Vater, Benjamin, wurde nach der Pogromnacht im November 1938 bis   zum 17. Dezember 1938 im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert. Unter dem zunehmenden Druck haben beide   Eltern Benno und Regina Wolff   Aurich verlassen und sind am 27. Februar 1940 nach Düsseldorf gezogen,   am gleichen Tag wie Reginas Schwester Marianne Kussel und ihr Mann Hugo. Das Ehepaar Wolff lebte dort in der Steinstr. 33. Am 10.11.1941 gehörte es zu den 997 Deportierten, die von Düsseldorf-Derendorf aus nach Minsk deportiert wurden. In diesem Zug waren ebenfalls Marianne und Hugo Kussel und deren 16-jährige Tochter Elfriede. Sie wurden alle in Minsk ermordet.

 

Recherche: Irmtraut Schulze-Rodenberg
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand 14.12.2013)

Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Gunter Siebels-Michel
Verlegetermin: 14. Dezember 2013

 

 

 

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