Rosa Wolffs

Veröffentlicht: 26. Dezember 1914 von westermayer in Verlegung

Rosa WOLFFS Rosa Wolffs - Stein
geboren am 2. Oktober 1879 in Aurich

 

 

 

Straße: Leerer Landstraße 40
Todesdatum: unbekannt
Todesort: Lodz/Litzmannstadt
 wolffs-rosa-geb-02-10-1879-in-aurich Rosa Wolffs kommt am 2. Oktober 1879 als siebtes Kind des Schlachters und Viehhändlers Wolff Benjamin Wolffs und dessen Ehefrau Gütel Juda, geb. van der Wall, auf die Welt. Rosa bleibt ledig und lebt im Haushalt ihres älteren Bruders Moses, der wie sein Vater als Schlachter und Viehhändler tätig ist. Seine Ehefrau Emmy betreibt im gemeinsamen Haus in der Leerer Landstraße ein Pensionat für jüdische Kinder. Möglicherweise geht Rosa ihr hierbei zur Hand.

Ende 1937 erhält Emmy die Möglichkeit, die Leitung des neuen jüdischen Altenheims in der Claas-Tholen-Straße in Emden zu übernehmen. Moses verkauft daher das Haus in der Leerer Landstraße sowie den übrigen Grundbesitz und siedelt mit seiner Frau nach Emden um. Rosa bleibt in Aurich und kommt zunächst bei einem ihrer anderen Brüder, Heymann Wolffs, in der Lindenstraße 12 unter. Am 10. Oktober 1939 verlässt jedoch auch sie Aurich für immer und zieht erneut zu Emmy und Moses nach Emden.

Als die jüdischen Einwohner Ostfrieslands im Februar 1940 die Aufforderung erhalten, ihre Heimat zu verlassen, haben die Bewohner des Altenheims in der Claas-Tholen-Straße als einzige die Möglichkeit, in Emden zu bleiben. Rosa, ihr Bruder Moses und dessen Frau Emmy wohnen daher noch bis zum Oktober 1941 gemeinsam in dem Altenheim.
Am 22. Oktober trennen sich jedoch ihre Wege: An diesem Tag bringt ein Bus besonders gebrechliche Personen, darunter auch Emmy und Moses Wolffs, in das jüdische Altenheim in Varel, wo sie bis zum Juli 1942 leben. Rosa hingegen besteigt am 23. Oktober einen Zug mit unbekanntem Ziel. Am 25. Oktober erfährt sie bei der Ankunft, dass sie nach Radegast gebracht wurde. Vom Bahnhof aus muss sie mit ihrem Gepäck rund vier Kilometer zu Fuß marschieren, um im Ghetto Litzmannstadt, dem Ziel ihrer Deportation, anzugelangen. Hier verliert sich ihre Spur. Wie viele wurde sie vermutlich ein Opfer der unmenschlichen Lebensbedingungen im Ghetto. Kurz bevor sie Emden verlassen musste, feierte Rosa ihren 63. Geburtstag.

Recherche: Sandra Weferling
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand 21.02.2013)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich: Meldekartei; Fotokennkarten; Rep. 248, Nr. 943; Rep. 107, Nr. 2664; Rep. 107, Nr. 2334; Rep. 107, Nr. 2348; Rep. 251, Nr. 834; Rep. 251, Nr. 341;http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html

http://www.emden-lodz.de

http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/holocaust/lodz/

Literatur: Rolf Uphoff: Reise ohne Wiederkehr, Wege in das Grauen. Die Deportation der letzten jüdischen Bürger Emdens, Nordens und Aurichs, Emden 2011.
Patenschaft: Nils Bode
Verlegetermin: 21. Februar 2013

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