Albert Wolff

Veröffentlicht: 27. Dezember 1914 von westermayer in Verlegung

Albert WOLFF Albert Wolff
geboren am 20.August 1937 in Aurich

 

 

 

Straße: Lilienstraße 12
Todesdatum: 9. November 1942
Todesort: Auschwitz
Albert Wolff wurde am 20. August 1937 in Aurich als erstes von drei Kindern der Eheleute Ludwig Abraham Wolff und Johanna Wolff geb. Samson geboren.
Sie hatten am 16.Juni 1936 geheiratet-  Ludwig Abraham Wolff wurde am 14. Oktober 1905 als zweites von neun Kindern der Eheleute Abraham Wolff und Hedwig Wolff geb. van der Walde geboren, die in der Lilienstraße 12 wohnten. Das Haus gehörte seit 1907 dem Vater, später (ab 1926) der Mutter.
Ludwig Wolff wurde, wie auch sein Vater, Viehhändler. Der Vater starb im Dezember 1923, als Ludwig 18 Jahre alt war.
Johanna und Ludwig Wolff hatten zusammen drei Kinder: Albert, Simon und Hedwig.
Am 25. März 1938 floh die damals noch 3-köpfige Familie nach Beilen in Holland und wohnte dort zunächst in der Marktstraße. Als spätere Adresse ist „Eursingerweg 1“ zu finden.
Der zweite Sohn Simon wurde am 11. November 1938 in Beilen geboren und die Tochter Hedwig am 6. Juni 1941. Ludwig Wolff arbeitete in Beilen als Landarbeiter.
Anfang Oktober 1942 wurde die Familie im Lager Westerbork inhaftiert und am 6. November 1942 nach Auschwitz deportiert.
Als Todesdatum wird für Albert Wolff, seine Mutter Johanna und die beiden Geschwister Simon und Hedwig der 9. November 1942 angegeben, was bedeutet, dass sie gleich nach ihrer Ankunft in Auschwitz ermordet wurden. Albert war damals fast 5 Jahre alt, seine Bruder Simon fast 4 Jahre und seine Schwester Hedwig 1 Jahr.
Für seinen Vater, Ludwig Wolff, wird der 31. März 1944 als Todesdatum angegeben. Als Todesort gibt die Westerbork-Liste für ihn   „Midden-Europa“ an, an anderer Stelle Cosel (ein Landkreis im heutigen Polen), also nicht Auschwitz. Daher erscheint es denkbar, dass Ludwig Wolff noch in einem der Zwangsarbeitslager im oberschlesischen Industriegebiet arbeiten musste und dort mit 38 Jahren umgekommen ist. Es gab Ende 1943 über 500 KZ-Außenlager, die Industriebetrieben zugeordnet waren.
Wahrscheinlich hat Ludwig Wolff noch einige Zeit gelebt, weil er möglicherweise in Cosel/Kosel (in der Nähe von Oppeln, Oberschlesien) aus dem Transport geholt worden; zwischen August und Dezember 1942 werden arbeitsfähige Männer von der SS aus den Transporten geholt und in Arbeitslager gebracht. Zwischen dem 26. August und dem 9. November 1942 lässt die SS „Organisation Schmelt“ mit Erlaubnis Himmlers mehrere Deportationszüge aus Westeuropa in Kosel halten, um dort insgesamt 8.000 bis 10.000 kräftige Juden als Zwangsarbeiter zu rekrutieren. Alte Leute und Frauen mit Kindern wurden nach Auschwitz weitertransportiert und viele von ihnen dort sofort ermordet.
Recherche: Irmtraut Schulze-Rodenberg
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand: 9.12.2012)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur: Weinmann, Das nationalsozialistische Lagersystem, 2001         (4.Aufl.), S.126
Patenschaft: A. und G. Pollmann
Verlegetermin: 9. Dezember 2012

 

 

 

Advertisements

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.