Johanna Wolff, geb. Samson

Veröffentlicht: 27. Dezember 1914 von westermayer in Verlegung

Johanna WOLFF geb. Samson Johanna Wolff
geboren am 28.Februar 1913 in Aurich

 

 

 

Straße: Lilienstraße 12
Todesdatum: 9. November 1942
Todesort: Auschwitz
Johanna Samson wurde am 28. Feruar 1913 in Aurich geboren. Sie war das Dritte von fünf Kindern der Eheleute Simon Josef Samson und Goldine Samson geb. Wallheimer, die in der Rudolf Eucken Allee 4 wohnten.
Der Vater Simon Samson, geb. am 5.12.1877 in Wittmund, war Schlachter und Viehhändler. Die Mutter war am 11.06.1879 in Aurich geboren worden. Beide haben im Januar 1939 Aurich verlassen. Laut Mitteilung des Amtsgerichtes Aurich ist das Ehepaar am 31.12.45 für tot erklärt worden. Für ihre Tochter Johanna Samson ist als Beruf „Haustochter“ angegeben. Einer weiteren Meldekarte zufolge, auf der als Vorname Hanna angegeben ist, hat sie vor ihrer Heirat an verschiedenen Orten als Pflegerin gearbeitet. So lebte sie von Anfang Januar bis Ende Juli 1933 in Osnabrück, ein paar Tage später zog sie nach Emden und kehrte am 4.September wieder zurück nach Aurich. Im Dezember 1934 ging sie nach Breslau und lebte dort bis zum 15. März 1935 in der Kastanienallee 22. Danach wohnte sie wieder bei ihren Eltern in Aurich in der Rudolf- Eucken- Allee 4.
Im Juni 1936 heiratete sie den sieben Jahre älteren Viehhändler Ludwig Wolff (geb. am 14.10.1905 in Aurich). Trauzeugen bei der Hochzeit waren ihr Vater Simon Samson, damals 58-jährig, und der ältere Bruder ihres Mannes, der Viehhändler Nachmann Wolff, der zu dem Zeitpunkt 32 Jahre alt war. Der Vater von Ludwig und Nachmann Wolff und von weiteren sieben Geschwistern war schon 1923 gestorben, als Ludwig 18 Jahre alt war. Ludwig Wolff wurde, wie auch sein Vater, Viehhändler.Johanna Wolff lebte seit ihrer Heirat zusammen mit ihrem Mann in der Lilienstraße 12 im Hause ihrer Schwiegermutter.
Johanna und Ludwig Wolff hatten zusammen drei Kinder: Albert, Simon und Hedwig. Das älteste, Albert, wurde am 20.8.1937 in Aurich geboren. Am 25. März 1938 floh die damals noch 3-köpfige Familie nach Beilen in Holland und wohnte dort zunächst in der Marktstraße. Als spätere Adresse ist „Eursingerweg 1“ zu finden.
Der zweite Sohn Simon wurde am 11. November 1938 in Beilen geboren und die Tochter Hedwig am 6. Juni 1941.
Ludwig Wolff arbeitete in Beilen als Landarbeiter.
Anfang Oktober 1942 wurde die Familie im Lager Westerbork inhaftiert und am 6. November 1942 nach Auschwitz deportiert.
Als Todesdatum wird für Johanna Wolff und ihre drei Kinder der 9. November 1942 angegeben, was bedeutet, dass sie gleich nach ihrer Ankunft in Auschwitz ermordet wurden.Für ihren Mann Ludwig Wolff wird der 31. März 1944 als Todesdatum angegeben. Als Todesort gibt die Westerbork-Liste für ihn „Midden-Europa“ an, an anderer Stelle Cosel (ein Landkreis im heutigen Polen), also nicht Auschwitz. Daher erscheint es denkbar, dass Ludwig Wolff noch in einem der Zwangsarbeitslager im oberschlesischen Industriegebiet arbeiten musste und dort mit 38 Jahren umgekommen ist. Es gab Ende 1943 über 500 KZ-Außenlager, die Industriebetrieben zugeordnet waren.
Wahrscheinlich hat Ludwig Wolff noch einige Zeit gelebt, weil er möglicherweise in Cosel/Kosel (in der Nähe von Oppeln, Oberschlesien) aus dem Transport geholt worden; zwischen August und Dezember 1942 werden arbeitsfähige Männer von der SS aus den Transporten geholt und in Arbeitslager gebracht. Zwischen dem 26. August und dem 9. November 1942 lässt die SS „Organisation Schmelt“ mit Erlaubnis Himmlers mehrere Deportationszüge aus Westeuropa in Kosel halten, um dort insgesamt 8.000 bis 10.000 kräftige Juden als Zwangsarbeiter zu rekrutieren. Alte Leute und Frauen mit Kindern wurden nach Auschwitz weitertransportiert und viele von ihnen dort sofort ermordet.
Recherche: Irmtraut Schulze-Rodenberg
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand: 9.12.2012)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur: Weinmann, Das nationalsozialistische Lagersystem, 2001         (4.Aufl.), S.126
Patenschaft: Helmut Mattheus
Verlegetermin: 9. Dezember 2012

 

 

 

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