Ludwig Abraham Wolff

Veröffentlicht: 27. Dezember 1914 von westermayer in Verlegung

Ludwig Abraham WOLFF Ludwig Abraham Wolff
geboren am 14. Oktober 1905 in Aurich

 

 

 

Straße: Lilienstraße 12
Todesdatum: 31. März 1944
Todesort: Cosel/Kosel (heute: Kozle in Polen)
Ludwig Abraham Wolff wurde am 14. Oktober 1905 als zweites von neun Kindern der Eheleute Abraham Wolff und Hedwig Wolff geb. van der Walde geboren, die in der Lilienstraße 12 wohnten. Das Haus gehörte seit 1907 dem Vater, später (ab 1926) der Mutter.
Ludwig Wolff wurde, wie auch sein Vater, Viehhändler. Der Vater starb im Dezember 1923, als Ludwig 18 Jahre alt war.Am 16.Juni 1936 heiratete er Johanna Samson (*28.02.1913), die auch aus Aurich stammte. Sie hatten zusammen drei Kinder: Albert, Simon und Hedwig. Das älteste, Albert, wurde am 20.8.1937 in Aurich geboren.
Am 25. März 1938 floh die damals noch 3-köpfige Familie nach Beilen in Holland und wohnte dort zunächst in der Marktstraße. Als spätere Adresse ist „Eursingerweg 1“ zu finden.
Der zweite Sohn Simon wurde am 11. November 1938 in Beilen geboren und die Tochter Hedwig am 6. Juni 1941.
Ludwig Wolff arbeitete in Beilen als Landarbeiter.
Anfang Oktober 1942 wurde er mit seiner Familie im Lager Westerbork inhaftiert und am 6. November 1942 mit ihnen nach Auschwitz deportiert.
Gestorben ist Ludwig Wolff am 31. März 1944.
Als Todesort gibt die Westerbork-Liste für ihn „Midden-Europa“ an, an anderer Stelle Cosel (ein Landkreis im heutigen Polen), also nicht Auschwitz. Daher erscheint es denkbar, dass Ludwig Wolff noch in einem der Zwangsarbeitslager im oberschlesischen Industriegebiet arbeiten musste und dort mit 38 Jahren umgekommen ist. Es gab Ende 1943 über 500 KZ-Außenlager, die Industriebetrieben zugeordnet waren.
Wahrscheinlich hat Ludwig Wolff noch einige Zeit gelebt, weil er möglicherweise in Cosel/Kosel (in der Nähe von Oppeln, Oberschlesien) aus dem Transport geholt worden; zwischen August und Dezember 1942 werden arbeitsfähige Männer von der SS aus den Transporten geholt und in Arbeitslager gebracht. Zwischen dem 26. August und dem 9. November 1942 lässt die SS „Organisation Schmelt“ mit Erlaubnis Himmlers mehrere Deportationszüge aus Westeuropa in Kosel halten, um dort insgesamt 8.000 bis 10.000 kräftige Juden als Zwangsarbeiter zu rekrutieren. Alte Leute und Frauen mit Kindern werden nach Auschwitz weitertransportiert und viele von ihnen dort sofort ermordet.
Als Todesdatum für Ludwigs Ehefrau Johanna und seine Kinder wird der 9. November 1942 angegeben, was bedeutet, dass sie gleich nach ihrer Ankunft in Auschwitz ermordet wurden.
Recherche: Irmtraut Schulze-Rodenberg
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand: 9.12.2012)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur: Weinmann, Das nationalsozialistische Lagersystem, 2001         (4.Aufl.), S.126
Patenschaft: Winfried Moritz
Verlegetermin: 9. Dezember 2012

 

 

 

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