Menno Hoffmann

Veröffentlicht: 26. Mai 1915 von westermayer in Verlegung

Hoffmann, MennoMenno HOFFMANN
geboren am 26. März 1926 in Aurich

 

 

 

Straße: Wallstraße 16
Todesdatum: Unbekannt (Deportation nach Auschwitz am 9.12.1942
Todesort: Auschwitz/Lodz
Menno Hoffmann wird am 26. März 1926 in Aurich geboren. Er ist das erste Kind des Pferde- bzw. Viehhändlers Friedrich Hoffmann und dessen Frau Rahel, geb. Wolffs. Menno hat zwei jüngere Schwestern, Jutta, die eineinhalb Jahre nach ihm geboren wird und bereits im Alter von 18 Monaten verstirbt und Mirjam, die am 23. September 1929 zur Welt kommt. Menno und seine Schwester wachsen in Aurich wohl recht behütet auf, die Geschäfte des Vaters laufen zunächst gut und Mutter Rahel wird im Haushalt regelmäßig von Dienstmädchen unterstützt. Zudem leben die Großeltern sowie viele Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen von Menno in der Stadt, denn die Familien seiner Eltern sind „alteingesessene“ Auricher. Seit März 1929 wohnt die Familie im Haus in der Wallstraße 16, das Mennos Großeltern mütterlicherseits gehört und vor dem die Stolpersteine verlegt werden. Im Haus wohnen auch Mennos Tante Gelle, eine Schwester seiner Mutter, sowie bis zu ihrem Tod 1931 Großmutter Marianne.

Bald nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten ändert sich die gute finanzielle Lage der Familie, doch Vater Friedrich tut sein Bestes, um für seine Frau und seine Kinder zu sorgen. Den Viehhandel muss er offensichtlich aufgeben, doch ist er später als Kohlenhändler und letztlich als Arbeiter tätig. Möglicherweise wird er wie andere jüdische Männer aus Aurich als Arbeiter im Straßenbau eingesetzt. Immerhin gelingt es der Familie, das Haus in der Wallstraße noch lange in Besitz zu halten. Erst am 4. März 1940 verkauft Mennos Vater schließlich das Haus: Alle Mitglieder der jüdischen Gemeinde hatten zu Beginn des Jahres 1940 die Aufforderung erhalten, Ostfriesland bis zum 1. April des Jahres zu verlassen – Aurich sollte „judenrein“ werden. Mennos Eltern beschließen, nach Berlin zu fliehen, denn dort hat die Familie Verwandte: Zwei Schwestern seiner Mutter, Bertha Wolff und Dora Herzog, leben dort. Menno soll seine Eltern jedoch nicht nach Berlin begleiten, seine Eltern haben für den inzwischen Vierzehnjährigen einen Platz in einem Vorbereitungscamp gefunden.

In Steckelsdorf im Kreis Rathenow in Brandenburg gab es ein Umschulungsgut, das junge Menschen auf eine Auswanderung nach Israel vorbereiten sollte. Das Gut ist zugleich ein Kinderheim, Menno lebt vermutlich mehrere Jahre dort. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt auf dem Erlernen gärtnerischer und landwirtschaftlicher Berufe. Es ist unklar, bis wann Menno in Steckelsdorf bleibt, die Ausbildungsstätte wird jedoch am 21. Mai 1942 von den Nationalsozialisten geschlossen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt kehrt Menno zu seinen Eltern zurück und lebt in Berlin.

Gemeinsam mit seinen Eltern und seiner jüngeren Schwester Mirjam wird er 9. Dezember 1942 von Berlin aus nach Auschwitz deportiert. Der Zug brachte die ganze Familie direkt ins Vernichtungslager. Hier verliert sich ihre Spur. Menno wurde sechzehn Jahre alt.

 

Recherche: Sandra Weferling
Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand: 1..05.2015)

Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich: Meldekartei; Liste der Hauseigentümer Juni 1939; Rep. 251, Nr. 819; Rep. 107, Nr. 1268; Rep. 248, Nr. 943; Rep. 249b, Nr. 208

http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html, Zugriff vom 10. 10.2014

http://www.statistik-des-holocaust.de/OT24-8.jpg, Zugriff vom 18.12.2014
http://www.statistik-des-holocaust.de/OT24-7.jpg

Literatur: http://www.spurensuche-online.net/zeitzeugen/roberg/steckelsdorf.html

http://www.geni.com/people/Fritz-Hoffmann/5190405380500123758

http://www.yadvashem.org/yv/en/exhibitions/album_Auschwitz/index.asp

http://www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/ueber-den-bezirk/geschichte/artikel.240430.php, Zugriff vom 18.12.2014

http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Berlin-Moabit#Moabit_als_G.C3.BCterbahnhof, Zugriff vom 18.12.2014

Patenschaft: Johann-Peter Schmidt
Verlegetermin: 27. Januar 2015

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