Gelle Wolff

Veröffentlicht: 30. Mai 1915 von westermayer in Verlegung

Wolff, GelleGelle WOLFF
geboren am 20. Juli 1880 in Aurich

 

 

 

Straße: Wallstraße 16
Todesdatum: unbekannt
Todesort: Riga
Gelle (Gelte) Wolff wird am 20. Juli 1880 in Aurich geboren. Sie ist das 3. von 15 Kindern ihrer Eltern David Levi Wolff (1847-1911) und Marianne Wolff geb. von Oß (1855-1931) aus Emden. Fünf von Gelles Geschwistern versterben schon im Kindesalter. Sechs ihrer Geschwister werden ebenso wie sie Opfer des Völkermordes an den Juden. Drei ihrer Geschwister können vor dem Naziterror noch rechtzeitig nach Australien, nach Paraguay bzw. in die USA fliehen.

Gelles Vater David Levy Wolff arbeitet in Aurich als Viehhändler und Schlachter und wohnt mit seiner Familie in der Wallstraße 16. Noch im Adressenverzeichnis von 1926 wird unter dem Namen ihres Vaters, der zu dieser Zeit schon seit 15 Jahren verstorben ist, hier eine Viehhandlung geführt. Vermutlich wird sie von Gelles Mutter und ihren Geschwistern betrieben. Ihr ältester Bruder Levy David hatte zu dieser Zeit schon seine eigene Viehhandlung in der Großen Mühlenwallstraße 1.
Leider wissen wir über Gelles Leben nicht viel. Sie bleibt ledig und wohnt zunächst in Aurich bei ihrer Mutter in der Wallstraße 16. In dem Verzeichnis der in Aurich wohnenden Juden vom Oktober 1935 ist sie nicht mehr erwähnt. Sie muss also schon 1935 nach Berlin verzogen sein. Gemeldet ist sie dort in der Alten Schönhauser Straße 3 in der Nähe der „Volksbühne“ (nahe U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz).

Vermutlich musste sie – wie viele andere jüdische Bürger in Berlin – Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie leisten.

Am 25. Januar 1942 wird Gelle (Gelte) Wolff mit dem 10. Transport ab Berlin-Grunewald nach Riga deportiert. In der Transportliste, die im Internet einzusehen ist, wird sie unter der Nr. 685 aufgelistet und als „arbeitsfähig“ eingestuft.
Der Zug mit den 1.000 deportierten Juden aus Berlin erreicht am 30. Januar 1942 sein Ziel. Hier verliert sich die Spur von Gelle (Gelte) Wolff.

In dem Ghetto in Riga, das im Oktober 1941 abgeriegelt wird, leben zunächst etwa 30.000 lettische Juden auf engstem Raum. Viele von ihnen werden ermordet um Platz für Juden aus dem Reichsgebiet zu schaffen. Insgesamt werden etwa 25.000 deutsche Juden nach Riga transportiert. Viele werden bei ihrer Ankunft erschossen. Die zunächst überlebenden müssen Zwangsarbeit leisten. Im November 1943 ist das Ghetto weitgehend geräumt, die Bewohner werden ermordet oder in andere Konzentrations- oder Vernichtungslager deportiert.

Es ist davon auszugehen, dass auch Gelle Wolff ermordet wurde. Ein genaues Todesdatum kennen wir nicht.

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015

Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Anita Schürmann
Verlegetermin: 27. Januar 2015

 

 

 

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