Levy David Wolff

Veröffentlicht: 30. Mai 1915 von westermayer in Verlegung

Wolff, Levy DavidLevy David WOLFF
geboren am 25. September 1877 in Aurich

 

 

 

Straße: Große Mühlenwallstraße 1
Todesdatum: Unbekannt, Deportation nach Auschwitz am 16.10.1942
Todesort: Auschwitz
In der Großen Mühlenwallstraße 1 wurden die Stolpersteine für Levy David Wolff und seine sechs Kinder – auch für die drei Überlebenden – als eine Art „Familienzusammenführung“ verlegt.

Levy David Wolff wird am 25. September 1877 in Aurich als Sohn des Schlächters David Levy Wolff (1847-1911) und seiner Ehefrau Marianne Wolff geb. von Oss (1855-1931) in Aurich geboren. Er ist das älteste von 15 Kindern. Fünf seiner Geschwister versterben bereits im Kindesalter. Sieben Geschwister – darunter Gelle Wolff, für die wir gerade einen Gedenkstein in der Wallstraße 16 verlegt haben – werden ebenso wie Levy David Wolff Opfer des Völkermordes an den Juden. Drei seiner Geschwister können nach Australien, nach Paraguay bzw. in die USA fliehen.

Levy David Wolff heiratet Julia „Julchen“ Wolff geb. Salomons (1883-1926) aus Lage im Kreis Bentheim. Das Ehepaar bekommt sieben Kinder. Ihr erstes Kind (Marianne *15.04.1908) wird noch in Gildehaus, Kreis Bentheim, geboren, die anderen Kinder in Aurich. Ihr drittes Kind (David Levy Wolff, benannt nach dem Großvater, 1913-1914) verstirbt bereits nach wenigen Monaten. Die Töchter Marianne (1908-1942) und Netta (1915-1842) heiraten in den Niederlanden, werden aber mit ihren Ehemännern und Kindern aufgegriffen, in Westerbork interniert und in Auschwitz ermordet. Nur die Söhne Kurt Levi Wolff (1909-1989), David Levi Wolff (*1917) und Max Wolff (*20.09.1920 +12.02.2014 San Diego, USA) können in die USA fliehen und somit überleben. Über das Schicksal der jüngste Tochter Getrud (*1924) wissen wir nur wenig.

 

Die Familie Levy David Wolff lebt seit Geburt des zweiten Kindes im Jahr 1909 in Aurich und wohnt spätestens seit Anfang der 20ger Jahre in der Großen Mühlenwallstraße 1. Levy David Wolff arbeitet wie viele seiner jüdischen Mitbürgen als Viehhändler. Seine Frau stirbt bereits 1926 als die jüngste Tochter Gertrud erst zwei Jahre alt ist.

Bei ihrem Vater wohnen in der Großen Mühlenwallstr.1 zunächst alle seine Kinder. Kurt arbeitet wie sein Vater als Viehhändler, seine Kinder Netta als Angestellte und David als Kaufmann. Vorübergehend wohnt hier auch der in Vlagtwedde geborene Isaak Salomons (*24.12.1901) aus der Familie des späteren Ehemanns von Levy Davids Tochter Marianne.

Im Januar 1938 muss die Familie Levi David Wolff das Haus in der Großen Mühlenwallstraße 1 verlassen und in die Wallstraße 16 zu Familie Hoffmann ziehen. Zu diesem Zeitpunkt wohnt nur noch die jüngste Tochter Gertrud bei ihrem Vater. In der Wallstraße 16 wohnten früher die Eltern von Levy David Wolff. Levy zieht noch im Januar 1938 zu seiner Tochter Marianne nach Rotterdam, seine Tochter Gertrud zieht am 14. März 1938 in das jüdische Altenheim und Waisenhaus in Emden an der Claas-Tholen-Straße 19. Dort wohnt sie nur etwas mehr als drei Monate. Lt. Meldekarte kehrt sie nach Aurich zurück. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt.

 

Nachdem deutsche Truppen die Niederlande überfallen und besetzt haben, beginnt auch hier die Judenverfolgung. Levy David Wolff wird Anfang Oktober 1942 in Westerbork inhaftiert, am 16. Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert und nach seiner Ankunft ermordet.
Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)

Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Ostfriesische Landschaft
Verlegetermin: 27. Januar 2015

 

 

 

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