Gertrud Wolff

Veröffentlicht: 31. Mai 1915 von westermayer in Verlegung

Wolff, GertrudGertrud WOLFF
geboren am 4. Mai 1924 in Aurich

 

 

 

Straße: Große Mühlenwallstraße 1
Todesdatum: unbekannt
Todesort:
In der Großen Mühlenwallstraße 1 wurden die Stolpersteine für Levy David Wolff und seine sechs Kinder – auch für die drei Überlebenden – als eine Art „Familienzusammenführung“ verlegt.Gertrud Wolff wird am 4. Mai 1924 in Aurich als jüngstes von sieben Kindern des Schlachters Levy David Wolff (1877-1942) und seiner Ehefrau Julia „Julchen“ Wolff geb. Salomons (1883-1926) aus Lage im Kreis Bentheim geboren.
Das erste Kind von Levy David und Julia Wolff, Marianne (1908-1942), wird noch in Gildehaus, Kreis Bentheim, – in der Nähe der Familie ihrer Mutter – geboren. Die Familie Levy David Wolff lebt seit Geburt des zweiten Kindes Karl in Aurich und wohnt spätestens seit Anfang der 20ger Jahre in der Großen Mühlenwallstraße 1.

 

Das dritte Kind von Levy David und Julia Wolff, David Levy Wolff (1913-1914), benannt nach dem Großvater, verstirbt bereits nach wenigen Monaten. Gertrud hat insgesamt zwei Schwestern und drei Brüder: Marianne (15.04.1908), Karl (9.06.1909), Netta (2.03.1915), David (*31.07.1917) und Max (*20.09.1920 +12.02.2014.

Gertruds Vater, Levy David Wolff, arbeitet wie viele seiner jüdischen Mitbürger als Viehhändler. Ihre Mutter stirbt bereits 1926 als ihre jüngste Tochter Gertrud erst zwei Jahre alt ist.

Bei Gertruds Vater wohnen in der Großen Mühlenwallstr.1 zunächst alle seine Kinder. Karl arbeitet wie sein Vater als Viehhändler, Netta als Angestellte und David als Kaufmann. Vorübergehend wohnt hier auch der in Vlagtwedde geborene Isaak Salomons (*24.12.1901) aus der Familie des späteren Ehemanns von Marianne.

 

Im Januar 1938 muss Getruds Vater Levi David Wolff das Haus in der Großen Mühlenwallstraße 1 verlassen und in die Wallstraße 16 zu Familie Hoffmann ziehen. Zu diesem Zeitpunkt wohnt nur noch die jüngste Tochter Gertrud bei ihrem Vater. In der Wallstraße 16 wohnten früher die Eltern von Levy David Wolff.
Levy David Wolff zieht noch im Januar 1938 zu seiner ältesten Tochter nach Rotterdam.

 

Nachdem deutsche Truppen die Niederlande überfallen und besetzt haben, beginnt auch hier die Judenverfolgung. Davids Vater, Levy David Wolff, wird Anfang Oktober 1942 in Westerbork inhaftiert, am 16. Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert und nach seiner Ankunft ermordet.

Mit demselben Transport werden auch Davids Schwestern Marianne und Netta mit ihren Familien nach Auschwitz deportiert. Marianne und ihr 4 Jahre alter Sohn Menno werden ebenso wie Netta mit ihren Kindern Salomon (2 Jahre)   und Levi (8 Monate) nach ihrer Ankunft ermordet.

 

Nur Getruds Brüder Karl Levi Wolff (1909-1989), David Levy (1917-1992) und Max Wolff (1920-2014 San Diego, USA) können in die USA fliehen und somit überleben.

Über das Schicksal der jüngsten Schwester Getrud (*1924) wissen wir nur wenig. Wir wissen nicht, warum ihr Vater sie nicht nach Rotterdam mitgenommen hat.

Laut der Auricher Meldekarte ist sie am 7.03.1938 zu einer Familie Valk nach Emden in die Große Straße gezogen. Die Emder Meldekarte verzeichnet aber, dass sie vom 14.03. bis zum 28.06.1938 im jüdischen Altenheim und Waisenhaus an der Claas-Tholen-Straße 19 wohnte und nach Aurich zurückkehrte.
Danach verliert sich ihre Spur.

 

Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)

Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Mathias Riek
Verlegetermin: 27. Januar 2015

 

 

 

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