Roesel Siev geb. Wolff

Veröffentlicht: 17. April 2010 von westermayer in Verlegung

Roesel Martin Siev - SteinRoesel SIEV, geb. Wolff
geboren am 2. Juni 1921 in Aurich

 

 

 

Straße: Leerer Landstraße 18
Todesdatum: überlebt
 
Roesel Wolff ist das erste Kind von Karoline (*1897) und Martin Wolff (1894-1942). Sie wird am 2. Juni  1921 in Aurich geboren. Ihr Vater arbeitet als Schlachter und Viehhändler im Betrieb seines Vaters Wolff Abraham Wolff (1858-1926) und führt nach dessen Tod den Betrieb weiter.

Roesel wächst mit ihren Geschwistern Hildegard, Hannelore, Wolfgang und Selly in der Leerer Landstraße 18 auf und besucht die höhere Töchterschule in Aurich.
Roesel arbeitet für einige Zeit als Haustochter in Fulda. Es gelingt ihren Eltern im März 1939, ihr die Ausreise nach England zu ermöglichen. Vor ihrer Ausreise kommt sie noch einmal nach Aurich, um Abschied von ihrer Familie zunehmen.
Roesel zieht später nach Dublin in Irland, heiratet dort einen Mr. Siev und gründet eine Familie.
Als Roesel Siev im Jahr 1992 gemeinsam mit früheren jüdischen Bürgen vom  Auricher Bürgermeister zu einer Woche der Begegnung in Aurich eingeladen wird, antwortet sie ihm: „Ich muss Ihnen sagen, dass ich nicht den Wunsch habe, jemals nach Aurich zurückzukehren oder jemals wieder Fuß auf deutschen Boden zu setzten –  denn meine Erinnerungen sind sehr, sehr  traurig und bitter.( … ) Man nahm mir die Familie, meine Jugend und meine Erziehung, und bei Gott, warum soll ich nach Aurich zurückkehren? (…) 63 Mitglieder meiner Familie starben durch die Hand der Nazis, und sie laden mich ein zurückzukehren? Nein, mein Herr, ich will niemals zurückkehren.“

Roesels Mutter Karoline wurde nach der Deportation nach Lodz (10.05.1942) in Belzyce ermordet. Ihr Vater Martin wurde verhaftet, da er als Jude unerlaubterweise mit dem Fahrrad fuhr, zunächst in Buchenwald inhaftiert und am 12. März 1942 in der „Tötungsanstalt“ Bernburg ermordet. Ihre Brüder Wolfgang und Selly wurden im KZ Majdanek bzw. im KZ Budzyn ermordet.
Ihrer Schwester Hildegard gelang 1940 die Flucht nach Palästina, ihre Schwester Hannelore konnte den Lagerterror überleben, da sie auf Schindlers Liste gesetzt wurde.

Recherche und Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer
(Stand 21.03.2013)
Foto:
Opfergruppe: Juden
Quellen:
Literatur:
Patenschaft: Elfriede und Günther Lübbers
Verlegetermin: 21. Februar 2013

 

 

 

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