Heinz Hartogsohn

Veröffentlicht: 18. November 2010 von westermayer in Verlegung

heinz-hartogsohnHeinz HARTOGSOHN
geboren am 31. August 1918 in Bunde

 

 

 

Straße: Norderstraße 2
Todesdatum: 30. September 1942 (für tot erklärt)
Todesort: Auschwitz
  Heinz Hartogsohn wurde am 30. September 1918 in Bunde geboren. Er war das zweite Kind der Eheleute Julius Hartogsohn aus Emden und Veronika geb. Berliner aus Weener.

Heinz Hartogsohn hatte noch einen älteren Bruder, Max, geboren 1913 von Beruf Nähmaschinenvertreter und einen jüngeren – Herbert, geboren 1920.

Die Familie Hartogsohn betreibt einen Altmaterialhandel in Bunde. Heinz geht am 15.05.1934 nach Aurich als Kaufmann zu Lippmann Knurr in der Norderstraße 2.

Am 2.06.1937 verlässt Heinz Aurich um mit der Familie seines Vaters nach Winschoten zu fliehen. Sein Bruder Herbert arbeitet ebenfalls in dieser Zeit bei van Dijk in der Wilhelmstraße 21 (heute: H&M zuvor Schüt Duis in der Burgstraße) als kaufmännischer Lehrling.

Die Brüder Hartogsohn beantragen zuvor Reisepässe bei der Einwohnerregistratur in Aurich. Mit Bescheid vom 16.02.1935 wurde dies abgelehnt, […] weil die ganze Familie politisch nicht einwandfrei sei.

Die ganze Familie Hartogsohn und die Großmutter Hanna Berliner geb. Leeuwarden flüchtet 1937 nach Winschoten in die Noorderstraat 18. Dort ist Julius 1941 als Händler von Häuten, Leder und Gerbstoffen in einem amtlichen Register eingetragen. Sein Bruder Max heiratet noch am 23. Juli 1942 in Winschoten Esther de Beer.

Alle Hartogsohns werden mit der Übernahme der Gesetze zur Judenverfolgung nach der deutschen Besetzung in Westerbork festgesetzt. Am 24.08.1942 wird Heinz mit 610 weiteren nach Auschwitz deportiert und dort ermordet (am 30.09.1942 für tot erklärt). Sein Name, wie die von Esther, Herbert, Max und Veronika sind im Häftlingsregister von Auschwitz vermerkt.

Alle anderen Familienmitglieder, bis auf die Großmutter Hanna Berliner, kommen ebenfalls in der Shoa um. Letzte stirbt am 27.11.1942 in Westerbork und ist auf dem Friedhof in Assen beigesetzt.

1953 wird über das Hausvermögen der Hartogsohns, das Haus steht in Bunde, Wüpping, an der Durchfahrtsstraße, in einem Vergleich verhandelt. Der Erwerber von 1937 muss 7.000 DM an den Jewish Trust als Treuhänder der Erben, dort Berliner-Erben, bezahlen. Es sind von allen Familienlinien aber keine namentlich genannt, d. h. sie sind alle umgekommen.

  Recherche: Jörg Peter (Stand: 9.11.2012)

Eingabe: Hans-Jürgen Westermayer

Foto:  
Opfergruppe: Juden
Quellen: Staatsarchiv Aurich: Rep. 251 Nr. 15, 815 und Rep 107 Nr. 2868
Literatur:  
Patenschaft: Silvia Cammengan
Verlegetermin: 9. November 2012

 

 

 

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