Regine Wolff

Veröffentlicht: 20. November 2010 von westermayer in Verlegung

regine-wolff-steinRegine  WOLFF
geboren 10. Januar 1936 in Aurich

 

 

 

Straße: Norderstraße 11
Todesdatum: 19. Oktober 1944
Todesort: Auschwitz
  Regine Wolff wird am 10.01.1936 als drittes von drei Kindern von Guste Wolff geb. Wolffs (1910-1944) und Adolf Wolff (1896-1944) in Aurich geboren. Ihr älterer Bruder Joseph wird am 20.08.1931,  ihre ältere Schwester Hanna am 27.10.1933 geboren. Alle drei Kinder erhalten Vornamen ihrer Großeltern.

Die Mutter, Guste geb. Wolffs (*24.08.1910),  ist das älteste von drei Kindern von Benjamin „Bendix“ Wolff (1871-1944) und Hannchen geb. Wallheimer (1883-1944), für die Stolpersteine in der Leerer Landstraße 14 verlegt wurden. Ihre Eltern und Geschwister werden (bis auf den nach der Geburt verstorbenen Bruder) alle Opfer des Völkermordes an den Juden.

Guste heiratet am 13.09.1929 Adolf Wolff.

Der Vater, Adolf Wolff wird am 13. Mai 1896 als viertes von sieben Kindern des Viehhändlers Joseph Wolff (*1855) und seiner Ehefrau Regine Wolff geb. von der Wall (1859-1929) geboren. Die Familie wohnte in der Esenserstraße 30. Seine Schwester Frieda verh. Samson (1892-1943) wurde in Auschwitz ermordet. Für sie wurde am 14.07.2014 ein Stolperstein verlegt. Sein Bruder Louis (1893-1900) verstarb bereits als Kind. Seine Schwester Eva (1895-1943) heiratete nach dem Tod ihrer jüngeren Schwester Georgina (1898-1918) deren Witwer Levy „Ludwig“ Salomons (*1891). Sie wurde in Sobibor ermordet. Für Eva und Levy Salomons wurden Stolpersteine am 5.12.2015 verlegt. Ein Geschwister von Adolf ist unbekannt. Sein jüngster Bruder Geshom „Gustav“ Wolff (1902-1944) wurde in Auschwitz ermordet.

Adolfs Beruf wird auf der Meldekarte mit „Landwirt“ angegeben nachdem der Beruf „Viehhändler“ gestrichen wurde. Über die wirtschaftlichen Verhältnisse der Familie wissen wir wenig. Bis 1935 sind ständig  „Hausmädchen“ und auch einige „Angestellte“ auf der Meldekarte vermerkt. Die Familie ist häufig umgezogen. Sie wohnt seit der Eheschließung am 13.09.1929 bis zum 10.05.1933 in der Norderstraße 11. Daher werden dort die Gedenksteine verlegt. Im Mai 1933 zieht die Familie in die Lilienstr. 12 in das Haus von Abraham Wolff, am 1.04.1936 in die Marktstraße 4, am 1.01.1938 in die Leerer Landstraße 14 zu Bendix und Hannchen Wolff, den Eltern von Guste Wolff und schließlich am 15.04.1939 in die Wallstraße 24, einem “Judenhaus“ in dem mehrere jüdische Familien auf engstem Raum zusammen leben müssen.

Auf der Meldekarte der Stadt Aurich findet sich unter „Bemerkung“: „Adolf Wolff ist vom 26.10.37-12.11.37 in St. Tönis, Kreis Kempen-Krefeld verhaftet gewesen, Wohnsitz blieb Aurich“. Warum sich Adolf Wolff dort aufhielt und warum er verhaftet wurde, konnte bisher nicht festgestellt werden.

Als alle jüdischen Bürger Aurich Anfang 1940  verlassen müssen, zieht auch die Familie von Adolf Wolff am 29.02.1940 aus Aurich fort. Adolf zieht mit seiner Frau Guste und dem jüngsten Kind Regine nach Berlin W35 in die Lützowstr. 97III, seine beiden älteren Kinder in das jüdische Kinderheim am Lappenberg in Hildesheim. Die meisten der dort untergebrachten Kinder kamen aus Ostfriesland. Viele Kinder unter 14 Jahren der Anfang 1940 noch in Aurich lebenden jüdischen Familien wurden entweder in das Israelitische Kinderheim in Köln, Lützowstraße 35-37 oder in das jüdische Kinderheim in Hildesheim gebracht.

Als im Jahr 1942 die Deportationen der Juden beginnen, werden die Kinder zu ihren Eltern geschickt. So werden auch Joseph und Hanna Wolff zu ihren Eltern nach Berlin zur gemeinsamen Deportation geschickt. Als letzter Wohnsitz der Eltern in Berlin wird „Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 150/160“ eingetragen. Mit dem Transport I/72 wird die Familie am 28.10.1942 zunächst in das Ghetto  Theresienstadt deportiert. In der Transportliste stehen sie unter den Nummern 66-70.  In diesem Transport finden sich auch Gustes Eltern Bendix und Hannchen Wolff (Nr. 71,72).
Nach zwei Jahren im Ghetto Theresienstadt wird die gesamte Familie Adolf Wolff am 29.10.1944 mit dem Transport „Es c215“ von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert. Dieser Transport besteht aus 1.499 Personen, hiervon sind 1.421 gestorben, 72 haben überlebt, 6 gelten als verschollen. Das  genaue Todesdatum der Mitglieder der Familie Adolf Wolff ist nicht bekannt, es muss aber davon ausgegangen werden, dass sie gleich nach ihrer Ankunft, also Anfang November 1944, ermordet wurden.

  Recherche und Eingabe: Hans Jürgen Westermayer
(Stand 27.01.2015)
Foto:  
Opfergruppe: Juden
Quellen:  
Literatur:  
Patenschaft: Erika und Werner Struck
Verlegetermin: 21. Februar  2013

 

 

 

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