5. Stolpersteinverlegung am 21.02.2013

Veröffentlicht: 4. März 2013 von westermayer in Verlegung

Presseberichte

Am 21. Februar 2013 werden 28 weitere Stolpersteine in Aurich verlegt. Damit sind nun 128 Gedenksteine in Aurich verlegt. Zur Verlegung erscheint der Künstler und Initiator des Projektes „Stolpersteine“, Gunter Demnig,  persönlich in Aurich und schon traditionell arbeitet er bei der Verlegung mit Schülern der Berufsfachschulklasse Bau der BBS II Aurich zusammen. Auch schon traditionell wird die Verlegung musikalisch von Wolfgang Neiweiser begleitet, der verschiedene jiddische Lieder aus der Zeit der Verfolgung vorträgt.
Anlässlich der Verlegung findet am Abend eine lyrisch-musikalische Lesung  über Mascha Kaléko mit Paula Quast und Henry Altmann in der Reformierten Kirche statt.

Einzelheiten zu den Biografien der Opfer und ihrer Familienangehörigen finden sich auf dieser Homepage unter „Biografien“. Verlegt werden Solpersteine vor folgenden Häusern:

Langer Kamp 15
Leerer Landstraße 40
Leerer Landstraße 24
Leerer Landstraße 18
Norderstraße 11
Nürnburger Straße 24

Die 5. Solpersteinverlegung in Aurich beginnt im Langen Kamp 15. Hier werden Gedenksteine für Hermann und Janette Wolff und ihre fünf Söhne verlegt. Sie flohen 1933 nach Holland, wurden aber nach der Besetzung der Niederlande zunächst in Westerbork interniert und im KZ Buchenwald bzw. Auschwitz ermordet. Schülerinnen und Schüler der Klassen 6.2 und 8.2 der IGS Waldschule Egels haben die Familie recherchiert und tragen die Biografien vor. Sie berichten auch über die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Aurich und ihre Diskriminierung, Drangsalierung und Vertreibung in der Nazi-Zeit. Betreut wurde das Projekt von den Lehrern Frank Pepplinkhuisen, Frank Kubusch und Gerald Fiene.
Wolfgang Neiweiser singt zur Gitarre einige jiddische Liede, die in der NS-Zeit in den Zwangs Ghettos entstanden. Leider war es so bitter kalt, dass Wolfgang an den folgenden Stationen beim besten Willen nicht mehr Gitarre spielen konnte.

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Hermann Wolff – Langer Kamp 15
Pate: Gerald Fiene
Janette Wolff, geb. Wolff – Langer Kamp 15
Pate: Gert Pohlenz-Schohaus
Adolf Wolff – Langer Kamp 15
Pate: Bündnis 90/Die Grünen
Siegbert Wolff – Langer Kamp 15
Pate: Bündnis 90/Die Grünen
Werner Wolff – Langer Kamp 15
Pate: Norbert Eilers
Louis Wolff – Langer Kamp 15
Pate: Ralf-Martin Marksfeldt
Ewald Wolff – Langer Kamp 15
Patin: Helene Kötting

12

34

56

Die nächste Station  ist die Leerer Landstraße 40. Hier befand sich in den 30ger Jahren ein Ein-Familienhaus, in dem die Familie Wolffs wohnte, und die Tankstelle und Werkstatt der Firma Hippen und Romanesen. Diese Häuser stehen heute nicht mehr. Ein Foto zeigt die Situation von 1930.

12

Rosa Wolffs – Leerer Landstraße 40
Pate: Niels Bode (Berlin)
Moses Wolffs – Leerer Landstraße 40
Paten: Anneliese, Peter und Almuth Boesel
Emmy Wolffs, geb. Weinberg – Leerer Landstraße 40

Pate: Gunter Siebels-Michel

911

108

In der Leerer Landstraße 24 wird ein Stolperstein für Agatha Schirling verlegt. Sie arbeitete als Hausgehilfin bei der hier wohnenden Familie Sternberg. 1934 zieht Agatha nach Holland, wo sie für verschiedene Familien arbeitet, zuletzt für die Familie von Abraham Cohen in Amsterdam. Sie wird mit den Cohens in Westerbork interniert, am 3. September 1942 nach Auschwitz deportiert und vermutlich direkt nach ihrer Ankunft ermordet.

15

Agathe Schirling – Leerer Landstraße 24
Patin: Ilse Siefke

1314

In der Leerer Landstraße 18 wohnte die Familie des Schlachters und Viehhändlers Wolff Abraham Wolff und Rosetta Wolff, geb. Schönthal, mit ihren Kindern Abraham, Martin und Hannchen. Nach dem Tode seines Vaters im Jahr 1926 führt Martin den Betrieb fort und wohnt hier mit seiner Frau Karoline und den fünf Kindern Roesel, Hildegard, Hannelore, Wolfgang und Selly. Die beiden älteren  Töchter können nach Palästina bzw. England ausreisen, Hannelore überlebt die unmenschlichen Lagerbedingungen, da sie auf Schindlers Liste gesetzt wird. Alle anderen Familienmitglieder werden ein Opfer des Völkermordes an den Juden.
Auch hier werden die Biografien verlesen und Fotos der Familienmitglieder gezeigt. Frau MargareteTrapp berichtet als Zeitzeugin von ihren Erinnerungen an die Reichspogromnacht, die sie im selben Alter wie Hannelore Wolff erleben musste.
Der Wirt des „Julischka“, heute in der Leerer Landstraße Nr 18, sorgt angesichts der bitteren Kälte freundlicherweise mit zum Namen des Restaurants passenden Getränken für etwas innere Wärme bei den Teilnehmern der Verlegung.

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Rosetta Wolff, geb. Schönthal – Leerer Landstraße 18
Pate: Werner Hinrichs (Burgdorf)
Martin Wolff – Leerer Landstraße 18
Pate: Arno Hedtke
Karoline Wolff, geb. Wolff – Leerer Landstraße 18
Patin: Prof. Dr. Helga de Wall
Rösel Wolff – Leerer Landstraße 18
Paten: Elfriede und Günther Lübbers
Hildegard Wolff – Leerer Landstraße 18
Patin: Johanna Willenbring
Hannelore Wolff – Leerer Landstraße 18
Patin: Margarete Trapp
Wolfgang Wolff – Leerer Landstraße 18
Pate: Klasse 10B der Realschule Aurich, Jg. 1971
Selly Wolff – Leerer Landstraße 18
Paten: Olga und Wilhelm Blesene

2016

1921

1722

Die nächste Station ist die Norderstraße 11. Hier wohnte die Familie von Adolf und Guste Wolff mit ihren Kindern Joseph, Hanna und Regine.

26

Adolf Wolff – Norderstraße 11
Paten: Jochen Schmidt für die Auricher Wählergemeinschaft
Guste Wolff, geb. Wolffs – Norderstraße 11
Pate: Jakobs GmbH
Joseph Wolff – Norderstraße 11
Pate: Verein Gedenkstätte KZ Engerhafe
Hanna Wolff – Norderstraße 11
Paten: Gesine und Rainhard Uthoff
Regine Wolff – Norderstraße 11
Paten: Erika und Werner Struck

2423

In der Nürnburger Straße 24, der letzten Station dieser Verlegung, wohnte die Familie Samson.

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Jenny Samson, geb. Windmüller – Nürnburger Straße 24
Pate: Fa. Pollmann&Renken
Resi Samson – Nürnburger Straße 24
Paten: Elisabeth Abs und Willi Buschmann
Betti Behrens, geb. Samson – Nürnburger Straße 24
Pate: Kirchengemeinde Victorbur
Hugo Samson – Nürnburger Straße 24
Pate: Evangelisch-Reformierte Kirchengemeinde Aurich

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Den Abschluss des Verlegetages bildet ein lyrisch-musikalisches Portrait der bedeutenden deutschsprachigen Dichterin Mascha Kaléko in der Reformierten Kirche. Die Schauspielerin Paula Quast und der Musiker Henry Altmann huldigen in einer beeindruckenden Darbietung dem Leben und Werk der Schriftstellerin (Pressebericht).

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