7. Stolpersteinverlegung am 17.07.2014

Veröffentlicht: 25. Juli 2014 von westermayer in Verlegung

Presseberichte

Am 17. Juli 2014 wurden 28 weitere Stolpersteine in der Auricher Innenstadt verlegt. Damit sind nun insgesamt 184 Gedenksteine verlegt. Die 7. Verlegung war keineswegs Routine, sondern ein besonders eindrucksvolles Erlebnis – zum einen durch die Beteiligung von Schülern des Gymnasiums Ulricianum, der IGS Aurich-West, der Realschule Moordorf und der Berufsfachschule Bautechnik der BBS II, zum anderen durch die Teilnahme von zahlreichen Verwandten der Familien, für die Stolpersteine verlegt wurden. Auch die Anwesenheit der Paten und die Anteilnahme der Auricher trug zu der besonderen Atmosphäre bei.

Einzelheiten zu den Biografien der Opfer und ihrer Familienangehörigen finden sich auf dieser Homepage unter „Biografien“. Verlegt werden Solpersteine vor folgenden Häusern:

Georgswall 23 (früher: Lindenstraße 12) – Familie Wolffs (6 Steine)
Wallstraße 8 – Familie Stoppelmann (4 Steine)
Wallstraße 19 – Familie Hoffmann (5 Steine)
Wallstraße 22 – Familie Samson (6 Steine)
Marktstraße 2 – Familie Kussel (4 Steine)
Breiter Weg 8 – Familie Wolff (3 Steine)

Vor der Verlegung treffen sich alle Gäste vor dem Hochzeitshaus – ganz links Brigitte Weber vom Kulturamt der Stadt Aurich, die die Verlegung in der Arbeitsgruppe Stolpersteine mit vorbereitet hat und in der letzten Reihe links: Günther Lübbers,Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Stolpersteine Aurich“.

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Die Bläserklasse 6B des Gymnasiums Ulricianum musiziert „Schalom Chaverim“ auf dem Weg durch die Fußgängerzone zur ersten Verlegestelle.

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An der ersten Verlegestelle werden die Stolpersteine für Familie Heimann Wolff verlegt.

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Heimann Wolffs – Lindenstraße 12 (heute: Georgswall 23)
Pate: Gymnasium Ulricianum Aurich
Rosa Wolffs geb. Stahl – Lindenstraße 12 (heute: Georgswall 23)
Pate: Gymnasium Ulricianum Aurich
Lazarus (Lutz) Wolffs – Lindenstraße 12 (heute: Georgswall 23)
Pate: Gymnasium Ulricianum Aurich
Wolff Heimann Wolffs – Lindenstraße 12 (heute: Georgswall 23)
Pate: Gymnasium Ulricianum Aurich
Otto Wolffs – Lindenstraße 12 (heute: Georgswall 23)
Pate: Gymnasium Ulricianum Aurich
Guste Margrit Wolffs – Lindenstraße 12 (heute: Georgswall 23)
Pate: Gymnasium Ulricianum Aurich

 Schülerinnen  des Ulricianums haben mit ihrer Lehrerin Frau Dr. Weferling die Informationen zu den Biografien erarbeitet und tragen ihre Ergebnisse vor (Antke Duhan, Julie Kostka, Johanna Hentschel, Nadine Behrends, Amke Redenius und Myriam Voss)

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Fotos der Familie geben ein Bild von den Menschen, die einmal in diesem Haus gelebt haben –
hier ein späteres Foto  von Otto Wolffs und seiner Ehefrau Gertrud.

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Das jüngste Kind der Familie war Guste Margrit (s. gezeigtes Foto), die – wie ihr ältere Bruder Otto, der heute in Weinstadt lebt, – mit einem „Kindertransport“ nach England entkommen konnte. Sie lebt heute als Margret Silbermann in London.

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Die Bläserklasse von Frau Könekamp-Glashoff spielt zu Ehren der Familie auf. Da Wolff Heimann Wolffs der letzte jüdische Abiturient des Ulricianums war, hat das Gymnasium die Patenschaft für alle Mitglieder der Familie Heimann Wolffs übernommen.

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An der zweiten Verlegestelle werden die Stolpersteine für Familie Gerson Stoppelmann verlegt.

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 Gerson Stoppelmann – Wallstraße 8
Pate: Wiard Siebels
Minna Stoppelmann geb. Wolff – Wallstraße 8
Patin: Neelke Lieutenant
Norbert Stoppelmann – Wallstraße 8
Pate: Gerschon Stoppelmann
Siegfried Stoppelmann – Wallstraße 8
Paten: Heyo und Hermine Lübbers

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Neelke Lieutenant, Schülerin der IGS Aurich-West hat über Siegfried Stoppelmann eine Facharbeit geschrieben und trägt die Biografien der Familie vor.

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Wie schon bei den vorangegangenen Verlegungen unterstützen auch diesmal Schüler der Berufsfachschule Bautechnik der BBS II Gunter Demnig bei der Verlegung der Stolpersteine.

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Wolfgang Neiweiser trägt traditionelle jiddische Lieder vor.

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Der Sohn von Siegfried Stoppelmann, Gerschon Stoppelmann, ist mit seiner Frau zur Verlegung der Steine für seine Familie
aus Aachen nach Aurich gekommen und dankt Neelke Lieutenant für ihre Arbeit.

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An der dritten Verlegestelle werden die Stolpersteine für Familie Friedrich Hoffmann verlegt.

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Friedrich (Fritz) Hoffmann – Wallstraße 19
Pate: Johann Peter Schmidt
Rebecca Hoffmann geb. Wallheimer – Wallstraße 19
Pate: Volkstanzgruppe des Auricher Heimatvereins
Eva Hoffmann verh. Fabbri – Wallstraße 19
Paten: Uwe und Elke Hemmelskamp
Helene Hoffmann verh. Zuntz – Wallstraße 19
Pate: Hans-Gerd Meyerholz
Heinz (Henry) Hoffmann – Wallstraße 19
Pate: Klasse 9E2 Realschule Moordorf

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Jörg Peters und Schüler der Realschule Moordorf tragen die Biografien der Familie Hoffmann vor. Die Schüler haben ein Plakat zum Leben von Heinz „Henry“ Hoffmann erstellt und als Zeichen ihrer Anteilnahme einen Schuh (in Erinnerung an die eingesammelten Schuhe der Opfer) mit ihren Namen versehen.

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In bewegenden Worten erzählt die jüngste Tochter von Helene Zuntz, Miriam, von ihrer Mutter, die zuletzt als Leni Zuntz inIsrael lebte
und dort vor einigen Jahren starb. Zur Verlegung der Steine für ihre Angehörigen waren 20 Nachfahren der Familie,
darunter alle fünf Kinder von Helene Zuntz, aus Israel angereist.

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Und hier die gesamte Klasse 9E2 der Realschule Moordorf (von links nach rechts): Herr Theilen (Klassenlehrer), Marvin van Echten. Jens Caspers,
Jann Kruse, Hendrik Zohrabian, Keno Dettmers, Dennis Ley, Marina Brockmann, Imko Jaske, Lara Gerdes, Nesaja Niemann, Hilko Albers,
Sina Memenga, Sadet Sulejmani, Patric Pascal Kielblock, Sandra Schütte, Denise Quidde, Fenna Grensemann, Julia Eckhoff, Frau Zureck

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Die Volkstanzgruppe des Auricher Heimatvereins hat die Patenschaft für den Stein für Rebecca Hoffmann geb. Wallheimer übernommen.

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An der vierten Verlegestelle werden die Stolpersteine für Familie Abraham Samson verlegt.

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Abraham Samson – Wallstraße 22
Pate: Jakob Jungenkrüger
Frieda Samson geb. Wolff – Wallstraße 22
Patin: Anke Meinen
Herta Samson – Wallstraße 22
Patin: Isolde Jungenkrüger
Josef Samson – Wallstraße 22
Paten: Tim und Nele Jungenkrüger
Grete Samson verh. Munn – Wallstraße 22
Patin: Karin Heddinga
Siegfried Samson – Wallstraße 22
Patin: Andra Meinen

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Jörg Peter trägt die Biografien der Familienmitglieder vor. Der Sohn von Grete Samson verh. Munn, Dr. Samson Munn, ist mit seiner Familie extra aus Boston angereist, um der Verlegung beizuwohnen. Er berichtete von dem erschütternden Schicksal seiner  Mutter, die in der Nazizeit zunächst von christlichen Familien versteckt, dann aber von der Gestapo verhaftet und drei Wochen lang  verhört und gefoltert wurde. Sie musste das Grauen in verschiedenen Konzentrationslagern erleben und konnte dem Tod nur knapp durch die Befreiung des KZ Bergen-Belsen entgehen.

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Familie Munn mit Joan Chantrell Lion (links neben Dr. Munn – auch ihre Vorfahren gehören zur Familie Samson und kommen aus Aurich)
und ein befreundetes Ehepaar der Familie Munn aus Berlin mit ihren Kindern
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An der fünften Verlegestelle werden die Stolperstein für die Familie Hugo Kussel verlegt.

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Hugo Kussel – Marktstraße 2
Pate: Stefan Schewiola
Marianne Kussel geb. Wolff – Marktstraße 2
Pate: Fraktion „Gemeinsam für Aurich“ im Auricher Stadtrat
Netta Kussel verh. Beil – Marktstraße 2
Pate: SPD-Fraktion im Auricher Stadtrat
Elfriede Kussel – Marktstraße 2
Paten: Dr. Sandra Weferling und Heiko Schlake

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Während Gunter Demnig mit den Schülern der Berufsfachschule Bautechnik die Verlegung der Stolpersteie vornimmt, berichtet Frau Dr. Weferling über die Biografien der Familienmitglieder der Familie Kussel.

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Am fünften und letzten Verlegeort dieser 7. Verlegung werden die Stolpersteine für die Familie Levi „Louis“ Wolff verlegt.

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Levi (Louis) Wolff – Breiter Weg 8
Pate: Günther Fahle
Marianne Wolff geb. Karseboom – Breiter Weg 8
Pate: Gunter Siebels-Michel
Lydia Wolff – Breiter Weg 8
Pate: Ortsrat der Altstadt der Stadt Aurich

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Hans-Jürgen Westermayer berichtet über die Lebensschicksale der Eltern Levi und Martianne Wolff und ihrer Tochter Lydia. Levi Wolff arbeitet wie schon sein Vater als Schlachter und Viehhändler. Die Familie floh 1938 zu Verwandten nach Holland, wurde 1942 im Sammellager Westerbork interniert und schließlich nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

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Die Paten für die Stolpersteine für Levi, Marianne und Lydia Wolff waren bei der Verlegung anwesend.

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Fotos: Günther Lübbers
Redaktion: Hans-Jürgen Westermayer

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